„Wir im Quartier“ – Neuer Durchgang Gemeinwesendiakonie

Nachricht 20. Dezember 2017

Kirchengemeinden, die sich in ihrem Dorf oder Stadtteil stärker sozial engagieren wollen, können sich an drei Informationstagen über das Angebot der „Gemeinwesendiakonie für Kirchengemeinden“ informieren. Unter dem Titel „Wir im Quartier“ finden im Januar und Februar in Hermannsburg, Hildesheim und Potshausen (Ostfriesland) eintägige Einführungsveranstaltungen statt, jeweils an einem Samstag von 10 bis 17 Uhr. Getragen wird die Initiative Gemeinwesendiakonie der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers vom Haus kirchlicher Dienste und der Diakonie in Niedersachsen.

Die Initiative Gemeinwesendiakonie berät und begleitet Kirchengemeinden dabei, wie sie mit anderen Akteuren auf dem Dorf oder in einem Stadtteil gemeinsam ein sozial-diakonisches Projekt entwickeln können. Hierbei wird gefragt: Wo sind soziale Engpässe? Wie entwickelt sich das soziale Umfeld? Was benötigen die Menschen in unserem Sozialraum zur Teilhabe am Leben?

Dies geschieht, indem die Bürger in den Entwicklungsprozess mit einbezogen werden. Nicht für, sondern mit den Menschen im Quartier werden die Projekte entwickelt. Diese Form der Teilhabe bietet den Menschen vor Ort die Möglichkeit, ihr Umfeld aktiv mitzugestalten. Die Verantwortlichen in den Kirchengemeinden lernen wiederum neue Formen der Beteiligungskultur kennen.

Zehn Kirchengemeinden haben sich in einem ersten Durchgang bereits auf den Weg gemacht. In den Kirchengemeinden Linden und Limmer in Hannover gibt es zum Beispiel viele Menschen mit Fluchterfahrung. So entstand in den beiden Kirchengemeinden ein Projekt zur Unterstützung von geflüchteten Menschen. „Es sind wirklich viele Menschen, die speziell in Linden interessiert sind an ehrenamtlicher, sozialer Arbeit“, berichtet Margarethe von Kleist-Retzow, einer der Projektunterstützerinnen in Linden-Limmer. „Sie kommen in unsere Gemeinde, weil sie sich engagieren wollen, aber nicht unbedingt, weil sie Kirche kennenlernen wollen.“

In Stade entstand die Möglichkeit, die Pastorin in „Sprechstunden“ in der örtlichen Bäckerei zu anzutreffen oder auf den Spielplätzen der Umgebung, die sie nun regelmäßig mit einem Bollerwagen und Kaffee ansteuert. Unter dem Motto „Wer frühstückt schon gern allein?“ findet in Osnabrück in einer Kirche ein Frühstücksangebot für die Menschen des Stadtteils statt. Wie man die Bedürfnisse der Bürger herausfinden kann, haben vier Gemeinden in Salzgitter vorgemacht: Auf einer Tür, die nacheinander an sieben zentralen Orten aufgestellt wurde, konnten Menschen ihre Wünsche an Kirche und Kirchengemeinde auf Zettel schreiben. Zu einer anschließenden Abschlussveranstaltung kamen 150 Menschen mit vielen weiteren Ideen. Nun sortiert die dortige Projektgruppe, um zu sehen, was sich zuerst umsetzen lässt.

„Wenn Sie als Kirchenvorstand der Gemeinde überlegen, wie sich Ihre Gemeinde stärker in das Gemeinwohl einbringen kann, oder Sie mit dem neuen Kirchenvorstand eine zukunftsweisende Gemeindeentwicklung beschreiten wollen, dann bekommen Sie mit der Teilnahme an der Initiative Gemeinwesendiakonie die notwendige Unterstützung und Beratung“, so Peter Meißner, Projektleiter und Referent im Haus kirchlicher Dienste.

Mit der Veranstaltung, „Wir im Quartier“ erhalten Interessierte erste Informationen um sich dann als Gemeinde bewerben zu können. Sie findet statt an folgenden Terminen:

  • am Samstag, 27. Januar von 10-17 Uhr im Evangelischen Bildungszentrum Hermannsburg,
  • am Samstag, 10. Februar von 10-17 Uhr im Tagungshaus Priesterseminar des Bistums Hildesheim und
  • am Samstag 17. Februar von 10-17 Uhr im Evangelischen Bildungszentrum Potshausen in Ostfriesland.

Weitere Informationen sind erhältlich unter www.kirchliche-dienste.de/gemeinwesendiakonie oder bei Peter Meißner unter Telefon 0511 1241-814. 

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Peter Meißner
Tel.: 0511 1241-814
Aufgabenbereich:

Projektleitung Gemeinwesendiakonie
Diplom-Sozialpädagoge