Jugendliche aus drei Ländern bauen Stadt der Zukunft

Nachricht 07. August 2017

„Ich hätte gerne einen Biergarten. So etwas gibt es bei uns nämlich nicht“, wünschte sich Chi-An aus Taiwan. Der 21-Jährige zeigte auf eine bemalte Pappschachtel, vor der mehrere Miniaturbänke mit Papierfiguren darauf stehen. Mehrere bunte Schuhkartons gruppierten sich auf einem skizzierten Stadtplan. „A big family“ stand auf einem, „Discussion Club“ auf einem anderen und in der Mitte gab es eine Kirche. „Wie möchte ich später leben?“ war die Fragestellung, zu der 15 Jugendliche aus Taiwan, Russland und Deutschland eine Stadt der Zukunft gebaut haben. Im Rahmen einer trinationalen Jugendbegegnung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers beschäftigten sich die Teilnehmer mit Zukunftsvisionen. „Living Utopia“ war das Leitthema für die Begegnung. „In den Nachrichten wird über so viele Krisen und Probleme berichtet. Wir wollen nach Möglichkeiten suchen, um die Probleme gar nicht erst entstehen zu lassen“, erklärte Franziska Horn, Leiterin der Jugendbegegnung und Referentin im Haus kirchlicher Dienste. „Was erwarte ich von der Welt, wie hätte ich sie gerne und was kann ich tun, damit sie so wird, dass ich gerne darin lebe?“

Mitte Juli verbrachte die Gruppe sieben Tage in Hannover, begleitet von Franziska Horn aus dem Landesjugendpfarramt und Michael Charbonnier aus dem Evangelisch-lutherischen Missionswerk in Niedersachsen (ELM). Letzte Woche zog sie weiter nach Wittenberg zum internationalen Jugendcamp der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej). Dort leben rund 260 Jugendliche aus 18 Ländern für eine Woche zusammen, erkunden das Leben und Werk von Martin Luther und knüpfen neue Freundschaften. Lena Schäfer, Kreisjugendwartin im Kirchenkreis Winsen sowie Yana Guray aus Russland und Chang Chun-Yung aus Taiwan übernehmen für diese Zeit die Betreuung. „Wir sind dabei, eine Partnerschaft mit Taiwan aufzubauen. Das ist so spannend!“ freute sich die Diakonin aus Winsen. Da passte es gut, dass zeitgleich mit den Jugendlichen auch zwei hauptamtlich Beschäftigte aus der Presbyterian Church in Taiwan und zwei russische Kollegen zu einem Fachkräfteaustausch im Landesjugendpfarramt der hannoverschen Landeskirche waren. Sie reisten eine Woche durch die Landeskirche und besuchten Kirchenkreise und Gemeinden, die Interesse an einer Partnerschaft haben. Auch ließen sie sich verschiedene Maßnahmen aus der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erklären. Auch in Winsen waren sie: „Sie sind viel länger geblieben, als geplant. Bei all den interessanten Gesprächen haben wir gar nicht gemerkt, wie die Zeit verfliegt“, berichtete Lena Schäfer.

So unterschiedlich ihre Nationalitäten sind, so einig sind sich die Jugendlichen, wenn es um die Zukunft geht: verantwortlicher Umgang mit Ressourcen, ein friedliches Miteinander. Chi-An zeigte auf eines der gebastelten Zukunftshäuser, das mitten im Grünen steht: „Wir wollen keine Zäune, wir wollen einen freien Blick!“

Partnerschaft zur ELKUSFO

Die Partnerschaft zwischen der hannoverschen Landeskirche und der Evangelisch-lutherischen Kirche Ural, Sibirien und Ferner Osten (ELKUSFO) besteht schon länger, eine Partnerschaft zwischen der Evangelischen Jugend und der Presbyterian Church in Taiwan ist im Aufbau. „Wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr viele Gäste aus diesen beiden Partnerschaften haben“, erzählt Franziska Horn. Dann nämlich findet im Rahmen des Landesjugendcamps der Evangelischen Jugend das Global Village mit internationalen Gästen statt. Zwischen dem 25. Mai und dem 3. Juni 2018 beschäftigen sich die Teilnehmer mit dem Thema „Gutes Leben für alle“. Interessierte Jugendliche aus der hannoverschen Landeskirche können sich bei Franziska Horn im Landesjugendpfarramt melden: Telefon 0511 1241 492.