Auf-hören. Ein Werkstatttag zum Abschied

Nachricht 05. April 2017
Diakon Peter Kolberg wird mit einem Werkstatttag am 13. Mai im Schloss Imbshausen aus der Männerarbeit der Landeskirche verabschiedet. Foto: Jens Schulze/HkD

Mit einem Werkstatttag verabschiedet sich Peter Kolberg am 13. Mai aus der Männerarbeit der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Kolberg war seit 2009 Referent für Männerarbeit im Haus kirchlicher Dienste (HkD). Der Schwerpunkt seiner Arbeit lag auf geistlichen Angeboten und Spiritualität. Die Stelle wird nicht wieder besetzt werden.

Männer für Spiritualität gewinnem

„Am Anfang meiner Tätigkeit in der Männerarbeit stand die Frage, wie Männer für Spiritualität gewonnen werden können“, erzählt der Diakon. So entstanden Gottesdienstformen, wie der „Kraft-Raum für Männer“, der sechs Jahre lang fünfmal im Jahr stattfand. Unter dem Titel „Herausforderung MannSein“ entwickelte  Kolberg zusammen mit Martin Römer, Referent für Missionarische Dienste im HkD, einen Glaubenskurs für Männer. „Das Besondere dieses Kurses ist: Er geht von Themen aus, die Männer beschäftigen, und schaut dann, was die Bibel und der christliche Glaube dazu zu sagen haben“, fasst Kolberg das Anliegen dieses Angebots zusammen. „Wir sprechen zum Beispiel über eigene Ziele und Scheitern und dann über die Geschichten Davids im Alten Testament.“

„Ein Höhepunkt meiner Arbeit war auch die Visionssuche für junge Männer bis 29 unter dem Titel ‚Allein in der Wildnis‘. Dieses Angebot entwickelte ich zusammen mit Rainer Koch, jetzt Referent der Missionarischen Dienste“, erzählt Kolberg. Auf  den jährlichen Männerwochen in Schweden  strukturierten tägliche Rituale den Tagesablauf, die an die Tagzeitengebete im Kloster erinnern. „Ich lebe meinen Glauben in dem, was ich mache“, sagt der 65-Jährige. Und so ging es in diesen Tagen in besonderer Weise um das Zusammenspiel von Leben, Glauben und Arbeiten. Auch Vater-Kind-Angebote und die Einkehrtage für Männer im Kloster Bursfelde fanden großen Zulauf.

In seine Tätigkeit in der Männerarbeit übernahm Kolberg viele Erfahrungen und Formate, die er bereits an früheren Lebensstationen kennengelernt hatte. Den „evangelischen Cursillo“, der meditative Naturerfahrung, kleine Gesprächsgruppen und Tagzeitengebete verbindet und so einen ganzheitlichen Zugang zum Glauben ermöglicht, lernte Kolberg 1985 in Hamburg kennen. Zunächst war dies ein Angebot für Erwachsene, später auch für Jugendliche. Schließlich entstand daraus der „Männer-Cursillo“.

Geschäftsführer des Geistlichen Zentrums Bursfelde

Von 1997 bis 2009 war Kolberg Geschäftsführer und Referent des Tagungshauses im Geistlichen Zentrum Kloster Bursfelde. In dieser Zeit fand die Entwicklung vom Tagungshaus zum Geistlichen Zentrum statt und die Übernahme durch die Evangelisch-lutherisch Landeskirche Hannovers. Gemäß der alten klösterlichen Tradition des „Ora et labora“, übersetzt „bete und arbeite“, entstanden in sieben Bereichen Angebote für Ehrenamtliche. Sie engagierten sich zum Beispiel bei kleineren Baumaßnahmen, etwa dem Bau eines Schuppens für Gartenmöbel, oder in der Gartenpflege und unterbrachen ihre Arbeit durch Gebetszeiten. 2006 ließ sich Kolberg zum Freiwilligenmanager ausbilden.

In Bursfelde entstanden unter Kolbergs Leitung auch Weggemeinschaften. Angelehnt an das Programm „Exerzitien im Alltag“ trifft sich eine Gruppe von Menschen ein Jahr lang einmal im Monat, um Impulse zu bekommen, wie geistliches Leben und der Alltag miteinander verbunden werden können. „Wir haben mit den Symbolen gearbeitet, die in der Klosterkirche vorhanden sind“, erinnert sich Kolberg. Dadurch wurden die Teilnehmenden befähigt, in den Sommermonaten Ansprechpartner in der Klosterkirche zu sein.

Team Haushalterschaft

Vor seiner Zeit in Bursfelde war Kolberg im „Team Haushalterschaft“ der damaligen Nordelbischen Kirche von 1989 bis 1997 zuständig für die Laienpredigerausbildung  und die Aus-und Fortbildung der Lektoren. Zusätzlich machte er eine Ausbildung in Themenzentrierter Interaktion (TZI). Als Koordinator, Trainer und Projektentwickler arbeitete Kolberg von 1985 bis 1989 in dem missionarischen Großprojekt „Neu anfangen – Christen laden ein zum Gespräch“ beim nordelbischen Gemeindedienst mit.

Ab 1977 war Kolberg Diakon in der Apostelkirche Harburg, einer Hamburger Stadtrandgemeinde. Hier baute er die Jugendarbeit mit vielen ehrenamtlichen Mitarbeitenden auf und entwickelte mit anderen zusammen eine christliche Abenteuerpädagogik. Auf einem Gelände in Südschweden entstand in dieser Zeit das „Abenteuerlager“, das seit 1986 ein eigener Verein ist, und wo Kolberg mit den Männern der hannoverschen Männerarbeit bis heute hinfährt.

Bereits während eines Gemeindepraktikums 1971 in Hamburg lernte Kolberg seine zukünftige Frau kennen. An der Fachhochschule des Rauhen Hauses in Hamburg studierte er anschließend Sozialpädagogik mit der Zusatzausbildung zum Diakon. Mit dieser Doppelqualifikation sammelte er  erste Berufserfahrungen in einem stadtteilbezogenen sozial-psychiatrischen Zentrum in Hamburg.

Abschied auf ungewöhnliche Weise

Die Männerarbeit verabschiedet ihn auf eine ungewöhnliche Weise: „In allen meinen Projekten und Formaten spielte das Hören auf Gott eine wichtige Rolle. Dies wird an diesem Tag in verschiedenen Workshops sichtbar und fühlbar“, erläutert Kolberg die Einladung zum Werkstatttag am 13. Mai nach Schloss Imbshausen. Nach Workshops am Vormittag findet nachmittags um 16 Uhr der Gottesdienst zur Verabschiedung in der Kirche in Imbshausen, Hauptsraße 14, 37154 Northeim, bei gutem Wetter im Schlosspark statt. Weitere Informationen unter www.maennerarbeit-hannover.de, Anmeldungen bitte bis zum 1. Mai an maennerarbeit(a)kirchliche-dienste.de oder telefonisch an 0511 1241-411.

Auf-hören. Ein Werkstatttag zum Abschied

Am 13. Mai findet nach Workshops am Vormittag nachmittags

  • um 16 Uhr der Gottesdienst zur Verabschiedung
    in der Kirche in Imbshausen,
    Hauptsraße 14,
    37154 Northeim,
    bei gutem Wetter im Schlosspark statt.

Anmeldungen bitte bis zum 1. Mai an maennerarbeit@kirchliche-dienste.de oder telefonisch an 0511 1241-411.