Offen als Freunde begegnen

Nachricht 19. September 2016

Evangelische Jugend diskutiert über mehr Beteiligung in der Politik

Eine rote Couch, zwei Sessel, Blumen auf dem Tisch. „Das ist das Wohnzimmer der aejn“, erklärte Ruben Grüssing, Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Niedersachsen e.V. (aejn). „Hier wollen wir über Jugendpolitik sprechen.“ Am 15. September befand sich besagtes Wohnzimmer in der Jugendkirche in Hannover.
Dorthin lud die aejn zu den Feierabendgesprächen ein. Das Motto der Veranstaltung: Gastfreundschafft. „Wir möchten jugendpolitisch etwas anstoßen und ein offenes Miteinander schaffen“, erläutert Grüssing das doppelte F im Motto. „Wenn wir uns offen als Freunde begegnen, dann können wir einiges bewegen.“

Rund 140 Vertreter aus den 19 Mitgliedsverbänden des Landesjugendrings Niedersachsen e.V. waren der Einladung zum parlamentarischen Abend gefolgt. Dazu kamen Gäste aus Politik und Verwaltung, unter anderem die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt. Sie bedankte sich in ihrem Grußwort für die Gastfreundschaft und lobte die Arbeit der Verbände mit und für geflüchtete Jugendliche. „Es ist gut zu wissen, dass die Jugend für Vielfalt ist.“

Zentrales Thema der Veranstaltung war außerdem die Beteiligung von Jugendlichen an politischen Prozessen. Jens Risse, Vorstandssprecher des Landesjugendrings, forderte in seinem Grußwort, dass junge Menschen in der Politik willkommen geheißen werden. Das sei ein Garant für ein jugendgerechtes Leben.

Zum Gespräch auf der roten Couch trafen sich die jugendpolitischen Sprecher im niedersächsischen Landtag Immacolata Glosemeyer (SPD) und Volker Meyer (CDU) sowie Heiner Scholing als Vertreter der Grünen. Sie stellten sich den Fragen von Rebecca (23) und Silvio (23) von der aejn, deren Geschäftsführung im Haus kirchlicher Dienste sitzt. Dabei ging es unter anderem um Investitionen in die Bildungsarbeit von Jugendverbänden, um eine stärkere Mitbestimmung der Jugendlichen in der Politik und um ehrenamtliches Engagement. Partizipation sei ein wichtiges Thema, da waren sich alle einig, auf konkrete Themen wollten sich die Politiker aber nicht festklopfen lassen. „Wir müssen Politik so gestalten, dass Jugendliche Lust darauf bekommen“, so Scholing.

Der aejn-Vorsitzende hätte sich klarere Aussagen und mehr Offenheit von Seiten der Politiker gewünscht. Trotzdem ist er mit dem Abend zufrieden. „Es gab viele inspirierende Gespräche, die Atmosphäre war toll und ich denke, dass wir gute Gastgeber waren“, fasste Grüssing zusammen.

Die Feierabendgespräche sind eine Veranstaltungsreihe des Landesjugendrings. Sie finden ein Mal im Jahr statt und werden jeweils von einem anderen Mitgliedsverband ausgerichtet. Die unterschiedlichen Themen der Veranstaltung spiegeln die Schwerpunkte der Mitglieder wider und zeigen die Vielfalt des Landesjugendrings.