Konfis backen 5000 Brote

Nachricht 06. Oktober 2016

Eröffnung der Aktion 5000 Brote Konfis backen Brot für die Welt

Vom Erntedankfest bis zum 1. Advent sind Konfi-Gruppen bundesweit durch die Evangelische Kirche in Deutschland dazu aufgerufen, gemeinsam mit Bäckerinnen und Bäckern Brot zu backen, so das Handwerk kennen zu lernen und das Brot an Gottesdienstbesucher weiterzugeben, die mit ihren Spenden drei Jugendförderungsprojekte in Ghana, El Salvador und Albanien unterstützen.

Zur Eröffnung der Aktion für die Hannoversche Landeskirche kam am vergangenen Erntedankfest Bischof Ralf Meister in die Martinskirche nach Remels. Gemeinsam mit dem Handwerkspastor der Landeskirche, Claus Dreier, Referent im Haus kirchlicher Dienste (HkD), begrüßte er die Gemeinde und freute sich über die Einladung nach Ostfriesland. 

Seine Predigt in der voll besetzten Kirche begann er mit dem Satz: „Lieber Gott, wir danken dir, dass wir heute wieder satt werden.“ Diese elf Worte seien das kürzeste Gebet, das er kenne. „Und es ist das Gebet, das ich am häufigsten in meinem Leben gebetet habe. Von klein auf an waren diese elf Worte die Einleitung zum Mittagessen in meinem Elternhaus. Noch heute rieche ich die häusliche Küche bei diesen Worten, sehe am Samstag den Eierpfannkuchenberg auf dem Tisch stehen. Wir vier Kinder drängeln uns auf der Eckbank. Und dann höre ich die wenigen, im Chor der Familie gemurmelten Worte: Lieber Gott, wir danken dir, dass wir heute wieder satt werden, Amen. Das ´Guten Appetit` des Vaters kam wie ein Echo auf das Amen gleich hinterher, fast so, als wäre es ein Teil des Gebetes."

Regelmäßig satt zu werden, war nur für wenige selbstverständlich

Das Gebet sei durch seine Mutter in die Familie gekommen, so der Bischof weiter. "In diesen wenigen Worten klingen Ihre Erfahrungen des Hungers nach. Regelmäßig satt zu werden, so habe ich gelernt, ist durch alle Jahrhunderte hindurch immer nur für eine Minderheit selbstverständlich gewesen. Noch niemals in der Geschichte sind alle Menschen satt geworden.

Er freute sich über die liebevoll geschmückte Kirche und sagte im Blick auf den Altar mit den Erntegaben: „Dieser Anblick hält das Gefühl für Ernte in uns wach, auch wenn wir keine Landwirte sind. Denn dieser geschmückte Altar hält die Verantwortung wach, die wir tragen. Die Verantwortung, erntebewusst zu leben. Nach der Herkunft unserer Nahrung zu fragen und ihren Weg zu verfolgen. Gemüse lieber aus der Nähe als aus der Ferne. Zu nehmen, was mit Rücksicht auf das Tierwohl und die zukünftige Ertragskraft unserer Böden herangewachsen ist. Was in der Pflege für Umwelt und Tier entstand."

Er rief die Gemeinde auf: „Erzählt Euch eine Geschichte des Dankes! Ruft auf, gerade und besonders in Zeiten von Unsicherheit und Sorgen, was Euch und in Eurer Familie alles gelungen ist, was Euch geschenkt wurde. Und schauen wir auf das, was in unserer Nachbarschaft und unserem Land uns geschenkt wurde. Das sind ausführliche Geschichten, die wir erzählen können. Auch das gehört doch zu Erntedank!"

Leute, an denen Gott ein Interesse hat

Erntedank mache deutlich, so Meister: „Wir sind Leute, an denen Gott sein Interesse nicht verloren hat." Das gelte auch für die von Gewalt bedrohten Jugendlichen aus San Salvador, für die Flüchtlinge, die nach Albanien zurückgekehrt sind, für die jungen Menschen, die in Ghana Arbeit suchen und von einer besseren Zukunft träumen. „Für sie sammeln die Konfirmandinnen und Konfirmanden mit ihren 5000 Broten. Und so beten wir mit ihnen, dass die Hoffnung der wenigen Worte meines Mittagsgebetes einmal wahr werden, für sie und in der ganzen Welt: ,Lieber Gott, wir danken dir, dass wir heute wieder satt werden.'“

Nach dem Gottesdienst, an dem auch der Posaunen-, der Kirchen- und der Kinderchor beteiligt waren, verteilten die Konfis ihr Brot. 555,50 Euro kamen so durch Spenden für die Hilfsprojekte zusammen.