Einsamkeit und Behördendeutsch

Nachricht 28. November 2016

„Integration in Arbeit: Rahmenbedingungen und Beispiele aus der Praxis“ war ein Abend aus der Reihe „Flüchtlinge in unseren Gemeinden begleiten. Fortbildungen für Ehrenamtliche in der Stadt und Region Hannover“ am Freitag, 25. November im Hanns-Lilje-Haus überschrieben. In der Flüchtlingsarbeit Engagierte berichteten aus ihrer Arbeit und bereicherten die Diskussionen mit ihrem Fachwissen.

Angela Biegler von der Evangelische Erwachsenenbildung Region Hannover/Niedersachsen Mitte, Waltraud Kämper vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt und Anne Panter vom Netzwerk katholischer Flüchtlingsarbeit hatten die Fortbildung organisiert.

Kämper sprach in ihrem Einstiegsreferat über die Bedürfnisse der Geflüchteten und die rechtlichen Grundlagen sowie die Erfolgsfaktoren für die Integration von Geflüchteten in die Arbeitswelt. Sie stellte außerdem Elham Emambakhks und Alaa Alkurdi vor, zwei ehemalige Teilnehmende ihres Projektes „Ponte – Brücken in den Arbeitsmarkt“ vor. Beide berichteten von ihren ersten Erfahrungen in Deutschland. Sie betonten die Notwendigkeit, Deutsch zu lernen und erzählten von ihrer Einsamkeit, die sie nur mit Hilfe von Ponte überwunden hätten. „Die Sprache und der fehlende Kontakt zu Deutschen war am Anfang das größte Problem“, sagt Alkurdi. „Ein andere Problem war die besondere Sprache der Behörden in ihren Schreiben und Formularen“.

Vier Gäste informierten die Teilnehmenden über verschiedene Projekte. Tim Langner vom Herbergsverein Winsen sprach über „Integration in Arbeit – Angebote für Geflüchtete“. Diese Initiative konnte über 800 Geflüchteten Arbeit vermitteln. Francisca Sanchez Manzanares vom Caritasverband Hannover e.V. stellte „Adelante“ vor, ein Projekt, das speziell jugendliche Fachkräfte aus Spanien nach Deutschland vermittelt. Peter Mühlenberger von der katholischen Kirchengemeinde St. Paulus in Großburgwedel erzählte von seinen Erfahrungen mit der Vermittlung von Praktika und Arbeitsgelegenheiten durch Ehrenamtliche. Marcella Heine aus dem Haus kirchlicher Dienste beschrieb das Projekt „Ponte“, das mit Hilfe von Patenschaften Geflüchteten in den Arbeitsmarkt integriert. In vier Workshops informierten sich die Teilnehmenden über diese erfolgreichen Projekte und tauschten ihre Erfahrungen aus.

Text: Corinna Schäfer