Paten für den Arbeitsmarkt: Gewinn für beide Seiten

Nachricht 17. November 2016

Das einjährige Pilotprojekt „Ponte – Brücken in den Arbeitsmarkt“ hat am 10. November seinen Abschluss gefeiert und Bilanz gezogen.

„Ponte“ ist italienisch und heißt Brücke. So heißt das Pilotprojekt des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA), in dem es darum geht, geflüchteten Frauen und Männern „Brücken“ in den deutschen Arbeitsmarkt anzubieten. Berufserfahrene Ehrenamtliche übernehmen eine Brückenfunktion, in dem sie einen Flüchtling unterstützen, Zugang zu einem Unternehmen zu finden.

Auf der anderen Seite geht es darum, Unternehmen zu gewinnen, damit sie „Aufbau-Leistungen“ erbringen, die Potenziale der Geflüchteten erkennen und die darin für beide Seiten enthaltenen Chancen nutzen.
 

„Wir haben keine Wunder bewirkt, aber es wurden erfolgreiche Schritte zurückgelegt“, fasste Initiatorin Waltraud Kämper die Erfahrungen des vergangenen Jahres zusammen. Die ehrenamtliche Leiterin des Projektes Marcella Heine betonte die Bedeutung der Initiative für die Integration von Geflüchteten: „Ein wichtiger Aspekt von Ponte ist: Wer sich gut in der Gesellschaft bewegen kann, hat es leichter auf dem Arbeitsmarkt. Das gilt aber auch umgekehrt.“ Landessozialpfarrer Dr. Matthias Jung dankte ausdrücklich für die ideelle und finanzielle Unterstützung der Region Hannover, ebenso wie für die gute Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter, dem Stephanstift und der Landeshauptstadt Hannover, sowie „Pro Migration“ des Diakonischen Werkes. Integration sei unverzichtbar gegen Populismus. Deswegen denke man nun auch über Projekte für Integration der zweiten, dritten und vierten Stufe nach.

Ulf-Birger Franz, der Dezernent für Wirtschaft, Verkehr und Bildung der Region Hannover sicherte dafür die Unterstützung  seines Hauses zu: „Die Region Hannover ist zu jeder Schandtat bereit, wenn es darum geht, in neuen Projekten Brücken für Flüchtlinge in die Gesellschaft zu bauen.“ Denn es ginge nicht nur darum, caritativ zu handeln. „Wir haben einen Bedarf an Fachkräften.“

„Meine Erfolge habe ich mit Hilfe dieses Projektes geschafft. Ich glaube, dass unser Fleiß wichtig ist, aber besonders in einem fremden Land braucht jeder Hilfe“, meinte Elham Emambakhsh, die wie andere Geflüchtete ihre Erfahrungen mit dem Projekt schilderte. Sie dankten einstimmig ihren Projektpaten und der Projektleitung Waltraud Kämper und Marcella Heine für ihre Unterstützung und blicken optimistisch in die Zukunft. Auch der Sprecher der Paten Ghalib Rababah konnte ein positives Fazit ziehen: „Die Patenschaft war für beide Seiten ein Gewinn.“

Gerahmt wurde die Veranstaltung vom Chor der Nationen aus Hannover, der mit der Unterstützung von zwei Solisten mit „Oh Happy Day“ und zwei Liedern aus der Oper Carmen beeindruckte.

Das Pilotprojekt ist zwar beendet, aber die Teilnehmer haben noch einen Weg zu gehen, um qualifizierte Positionen in der Arbeitswelt zu erreichen. Das gilt auch für die Teilnehmer des Ponte-II-Projektes, das seit August diesen Jahres mit den Hannoverschen Kirchengemeinden Michaelis und St. Thomas und in Trägerschaft des Diakonischen Werkes Hannover angeboten wird.

Text: Corinna Schäfer