75 Jahre Frauenwerk

Nachricht 13. Mai 2016

Festschrift zum Jubiläum

Auf 75 Seiten finden sich 75 Jahre Geschichte des Frauenwerks: Über 75 Autorinnen haben mitgeschrieben oder Bilder ausgegraben und so sind 750 Exemplare der Festschrift gedruckt worden, die ab sofort für 750 Cent pro Stück erhältlich sind. Das Frauenwerk der Hannoverschen Landeskirche feiert am Samstag, 28. Mai in Hannover sein großes Jubiläum unter dem Motto „Am Leben weben“ mit Gottesdienst und Festakt, mit Musik und Essen, mit Workshops und Podiumsgespräch. „Theologisch was lernen und Spaß haben“, so bringt Pastorin Bettina Rehbein, theologische Referentin im Frauenwerk, das Programm mit einem Schmunzeln auf den Punkt. Zugleich wird damit eine der typischen Frauenwerks-Traditionen fortgeführt wie auch mit der Fortsetzung der Feiern in den Sprengeln. Gut vernetzt in die Kirchenkreise und Sprengel der Landeskirche hinein, möchte das Frauenwerk nicht nur eine zentrale Feier haben, sondern bietet in allen Sprengeln im kommenden halben Jahr Frauenfrühstücke oder Studientage an, jeweils wiederum mit Besinnung und Gemeinschaft, mit „Theologie und Spaß“ eben.

Festakt am 28. Mai in Hannover

Im Zentrum der Jubiläumsfeier in Hannover steht der Festakt ab 12 Uhr in der Neustädter Hof- und Stadtkirche. Nachdem sozusagen Vertreterinnen der „Töchter“ des Frauenwerkes – namentlich von ReGenesa (Therapiezentren für Mutter und Kind) und der evangelischen Familienbildungsstätte in Hannover  – sowie die zuständige Oberkirchenrätin Dr. Heike Köhler ein Grußwort gesprochen haben, wird die Redakteurin und Autorin der Festschrift ihr Werk vorstellen: Die Theologin Dr. Bettina Kratz-Ritter gibt Einblicke in das Heft, das nicht nur übersichtlich unter einer Zeitleiste die Geschichte des Frauenwerkes mit Bildern und Zeitungsartikeln, mit Interviews und kleine Erinnerungen, mit Themen-Kapiteln und Dokumenten lebendig werden lässt. Auch konzeptionelle und Zukunftsfragen werden von Landespastorin Franziska Müller-Rosenau als Leiterin angesprochen.

Eine bleibende Herausforderung bleibt die Gleichberechtigung in der evangelischen Kirche, wie „frau“ bei dem Frauentag zur Reformation 2014 in Loccum feststellte. Besonders Leitungsämter sind immer noch eher auf Männer zugeschnitten.

Ehrenamtliche engagieren sich stärker. Sie wollen aber nicht nur Lückenbüßerinnen für die weniger werdenden beruflichen Mitarbeiterinnen sein, sondern sich lieber projektbezogen und selbstbestimmt engagieren. Anders als früher ständen heute ein ganzes Bündel an Lebensstilen und –entwürfen für die Identitätsbildung zur Verfügung, so Müller-Rosenau weiter. Daraus könnten sich unterschiedliche Kooperationen beispielsweise mit der Männerarbeit ergeben. Künftig sei „ein differenzierter Blick“ nötig. So könne das Frauenwerk zu einer Kirche beitragen, die Unterschiede wahrnimmt und Machtkategorien entlarvt.

Verabredungen für die Zukunft

Bei einer Zukunftswerkstatt im Herbst letzten Jahres wurden weitere Verabredungen getroffen. So soll die Qualifizierung von ehrenamtlichen Frauen konsequent fortgesetzt werden, die schon jetzt vielerorts selbständig Glaubenskurse und Pilgerbegleitungen anbieten. Der „theologische Hunger“ der Ehrenamtlichen soll zudem durch Studientage gestillt werden. „Die Frauen wollen richtig was, wollen an den Quellen arbeiten und das Gelernte aufnehmen und weitergeben“ , so Rehbein. In diesem Sinne soll natürlich nicht nur der ökumenische Weltgebetstag – mit Vorbereitungstreffen bis auf Kirchenkreis-Ebene – weitergeführt werden, sondern auch die Vorbereitung des bundesweiten Frauensonntags. Hier gibt es in der Hannoverschen Landeskirche die Besonderheit, dass weiteres Zusatzmaterial erstellt wird. Hier gibt es in der Hannoverschen Landeskirche die Besonderheit, dass weiteres Zusatzmaterial erstellt wird. „So werden Frauen besonders ermutigt, an diesem Sonntag eigenverantwortlich und theologisch gut vorbereitet, den Gottesdienst liturgisch zu feiern und eigene Impulse zu setzen,“ berichtet Müller-Rosenau; und oft ist man in der Landesstelle in Hannover über die Kreativität der Frauen überrascht. 

Außerdem möchte das Frauenwerk künftig verstärkt jüngeren Frauen ein Angebot machen, beispielweise mit einem ökologischen Zukunftstag, bei dem es um Nachhaltigkeit, ethisches Essen und umweltbewussten Kleidungskauf gehen könnte. Dieser Tag wird mit den Umwelt- und Klimaschutzteam im Haus kirchlicher Dienste gemeinsam vorbereitet.
„Schnupperfrauen“ werden ehrenamtliche „Amtsträgerinnen auf Probe“ genannt; das Amt einer Sprengelbeauftragten des Frauenwerkes kann neuerdings geteilt, also auf mehrere Schultern verteilt und damit erleichtert werden. Die Frau verpflichtet sich nicht sofort für viele Jahre, sondern darf die Aufgabe zunächst mal kennenlernen.

Ablauf des Jubiläumstages

Der Jubiläumstag am 28. Mai beginnt um 10.30 Uhr mit einem festlichen Gottesdienst, in dem Kathrin Oxen vom Zentrum für Predigtkultur aus Wittenberg die Schriftauslegung übernimmt. Nach dem Festakt, Mittagessen und Musik schließen sich um 14 Uhr acht eineinhalbstündige Arbeitsgruppen an: Da wird eine ermutigende Bibelauslegung mit Professorin Claudia Janssen veranstaltet oder ein Gespräch mit ökumenischen Gästen aus Indien, Rumänien und dem Sudan. Ein Erzählcafé, ein Pilgerweg oder meditativer Tanz werden ebenso angeboten wie eine interaktive Ausstellung zur Erfolgsgeschichte der Feministischen Theologie. 

Um 15.40 Uhr diskutieren auf dem Podium über „Frauen und Kirche – wohin geht die Reise?“ unter anderem Landesbischof Ralf Meister und Dr. Eske Wollrad vom Evangelischen Zentrum Frauen und Männer. Um 16.30 Uhr beschließt ein Reisesegen diese besondere Veranstaltung.

Anmeldung zum Jubiläum

Anmeldung zu dem kostenlosen Jubiläumstag unter

Tel.: 0511-1241-426

oder über die Internetseite:

Frauenwerk Hannover