Nähe und Distanz zu den Geflüchteten

Nachricht 27. Mai 2016
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Erfahrungsaustausch, Unterstützung und Tipps standen im Mittelpunkt des Vernetzungstreffens von Ehrenamtskoordinatoren in der Flüchtlingsarbeit der Kirchenkreise im Haus kirchlicher Dienste. Foto: Susanne Ruge/HkD

Die Koordinatorinnen und Koordinatoren der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit in der Hannoverschen Landeskirche trafen sich am vergangenen Montag im Haus kirchlicher Dienste. Der Einladung zu dieser Informations- und Vernetzungsveranstaltung waren Verantwortliche aus Kirchenkreisen von Aurich bis Lüchow-Dannenberg, von Bremerhaven bis Göttingen gefolgt. Perdita Wünsch vom Arbeitsfeld Ehrenamt und Lars-Torsten Nolte vom Arbeitsfeld Migration und Integration im Haus kirchlicher Dienste hielten, zusammen mit  Mareike Hergesell vom Diakonischen Werk Evangelischer Kirchen in Niedersachsen aus dem Referat Migration, ein umfangreiches Tagesprogramm für die Teilnehmenden bereit.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde kamen die Koordinatorinnen und Koordinatoren in Form eines „World-Cafés“ ins Gespräch. Hier arbeiteten sie gemeinsam unter anderem an den Themen „Dank und Anerkennung im Ehrenamt“, sowie „Gelingende Ehrenamtskoordination“. Einige beschrieben in diesen Gesprächen die schwierige Situation der Ehrenamtlichen in den Kirchenkreisen, die sich darüber klar werden müssen, wieviel  Nähe und wieviel Distanz zu den Geflüchteten sie zulassen wollen oder müssen. Bei diesem Prozess ist Beratung und auch Supervision hilfreich, meinten einige der Koordinatoren. Weil die Situation vor Ort jeweils sehr unterschiedlich sei, müsse man zunächst - auch mit den Geflüchteten selbst - klären, welche Bedarfe es gibt und was durch Ehrenamtliche geleistet werden kann. Speziell in der Flüchtlingsarbeit sei zudem wichtig, sich mit den vielen Akteuren dieser Arbeit auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Einrichtungen zu vernetzen und zu koordinieren.

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Der Referent für Migration und Integration im Haus kirchlicher Dienste Lars-Torsten Nolte (Mitte) leitete eine Gruppe beim „World-Café“ der Ehrenamtlichen-Koordinatoren in der Flüchtlingsarbeit und verwies auf die Unterstützung durch sein Haus. Foto: Susanne Ruge/HkD

Im Anschluss stellte Perdita Wünsch den Entwurf eines Leitfadens für die Koordination von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe vor, der vom Haus kirchlicher Dienste erarbeitet worden war. Es sei hilfreich, bei der  Begleitung ehrenamtlicher Arbeit planvoll vorzugehen, so die Referentin. Der Leitfaden nimmt verschiedene Bereiche in den Blick: Er fragt nach dem Bedarf an Ehrenamt und den daraus resultierenden Tätigkeiten und wie die Engagierten und ihre Aufgabe zusammenpassen. Außerdem geht es darum, wie das Ehrenamt begleitet, anerkannt und wertgeschätzt werden kann. Ein solcher Leitfaden könne den Koordinatorinnen und Koordinatoren in ihrer Arbeit eine Orientierung ermöglichen, so Wünsch. Viele beteiligten sich anschließend an der gemeinsamen Weiterarbeit an dem Leitfaden.

Als weitere Information und Hilfe berichtete Heidi Berthold von der Freiwilligenakademie Niedersachsen von verschiedenen Ressourcen und Angeboten für die Freiwilligenarbeit. Sie stellte Möglichkeiten vor, um die Arbeit zu vernetzen, wie zum Beispiel den FreiwilligenServer Niedersachen oder andere Landesnetzwerke. Auch auf Förderprogramme auf Landesebene könne in den Kirchenkreisen gerne zurückgegriffen werden; diese böten Weiterbildung und Beratung an, so Berthold. Sie wies außerdem auf die finanzielle Förderung des Ehrenamts durch verschiedene Stellen hin und ermutigte die Koordinatorinnen und Koordinatoren, die Anerkennungsmöglichkeiten des Landes Niedersachen zu nutzen, wie zum Beispiel eine offizielle Ehrenamts-Urkunde.

Mareike Hergesell gab den Teilnehmenden weitere Informationen und Materialien des Diakonischen Werks in Form einer Tasche als Präsent mit auf den Weg und auch Lars-Torsten Nolte bewarb die Materialien und Angebote, die das Haus kirchlicher Dienste bereitstellt. Darunter befindet sich auch ein mehrsprachiges Andachtsbuch.
Am Ende des Tages fiel das Feedback der Koordinierenden positiv aus. Sie wünschen sich für die Zukunft regelmäßig eine solche Veranstaltung mit Raum für fachlichen und informellen Austausch.
Text: Linda Schmols