„Elektromobilität - Da bleibt noch viel zu tun“

Nachricht 11. März 2016
Trotz viel Technik ist der Mensch unersetzlich in der komplexen Logistik der Bekleidungsindustrie. Foto: Detlef Sauthoff

Evangelischer Kirchenkreis Osnabrück zum Betriebsbesuch bei Osnabrücker Logistikspezialist Meyer & Meyer

Evangelische Kirche und Wirtschaft stehen in regelmäßigem Austausch und nutzen Betriebsbesuche, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Unter dem Motto „Mobilität von Waren und Menschen“ organisiert der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA) im Haus kirchlicher Dienste derzeit Betriebsbesuche bei verschiedenen Unternehmen an unterschiedlichen Standorten innerhalb der Landeskirche Hannover. Anfang März besuchten Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende das Logistikunternehmen Meyer & Meyer in Osnabrück.

„Meyer & Meyer ist Spezialist für logistische Dienstleistungen entlang der textilen Wertschöpfungskette. Das berührt natürlich Fragen der Nachhaltigkeit, die auch für unsere Kirche und ihr Engagement für die Bewahrung der Schöpfung, für Klimaschutz und fairen Handel von Bedeutung sind“, erklärte Martin Steinke, stellvertretender Superintendent im Evangelischen Kirchenkreis Osnabrück.

Genau diese Aspekte hatten Matthias Jung (Referent im KDA) bewogen, Meyer & Meyer als Ziel vorzuschlagen. In einem früheren Besuch des Unternehmens auf Einladung des Betriebsratsvorsitzenden Franz-Josef Strunk war er fasziniert von den Abläufen. „Wenn ich in ein Geschäft gehe, hängt die Kleidung schön ordentlich sortiert auf den Ständern. Der Besuch bei Meyer & Meyer hat mir einen Blick hinter die Kulissen ermöglicht und ich schaue nun mit anderen Augen auf die Abläufe in einem Bekleidungsgeschäft. Gleichzeitig stellen sich angesichts des Berges von Verpackungsmaterial und den unzähligen Kilometern, welche die LKW zurücklegen, um die Ware von hier nach dort zu bringen, eine Menge Fragen an Ökologie und Ökonomie.“

Rolf Meyer betonte in seinem einführenden Vortrag, dass diese Herausforderungen ihm als Christ sehr am Herzen liegen. Als ein Beispiel des Engagements berichtete er von einem gemeinsamen Forschungsvorhaben mit dem Fraunhofer-Institut zur Entwicklung von Elektromotoren für LKW. „Da bleibt noch viel zu tun. Aber wir sind uns unserer Verantwortung für den Umwelt- und Klimaschutz sehr bewusst und möchten als Logistiker im Thema Elektromobilität ein Vorbild sein“, so sein Resümee.

Anschließend besuchte die Gruppe das Lager für textile Liegeware in Osnabrück-Gretesch. Hier werden am Tag mehrere tausend Textilien umgeschlagen. Die hohen Regale und endlosen Förderbänder machten anschaulich, was Logistik in der Bekleidungsindustrie praktisch bedeutet. Im Gespräch mit dem Gruppenleiter Andreas Bünte kamen hier auch Fragen zu Belastungen durch Stress, Zeitarbeit und Arbeitszeiten insbesondere während der Hochsaison zur Sprache. Der Logistiker wirkt dem entgegen, indem er seine Mitarbeiter durch ein umfangreiches Gesundheitsmanagement unterstützt zu dem beispielsweise Frühsportangebote oder eigene Stress-Coaches gehören. Auch in dem weitgehend automatisierten Lager sind immer noch über einhundert Mitarbeitende im Schichtbetrieb tätig. „Die moderne Technik kann uns eine Menge Arbeit abnehmen, aber das menschliche Auge ist bei der Qualitätsprüfung nicht zu ersetzen und es gibt Tätigkeiten, die Maschinen nicht übernehmen können, zumindest heute noch nicht.“

Der Besuch hinterließ nachdenkliche Mienen. Der Einblick in die Welt der Logistik, die ohne Computertechnik nicht mehr vorstellbar ist, beeindruckte. Es blieb aber auch die Frage, wie sich der Fortschritt der Digitalisierung weiterentwickeln wird.