Weltläufige Fachfrau unterstützt Biodiversität auf Friedhöfen

Nachricht 05. Juli 2016
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Foto: Gunnar Schulz-Achelis

Die Auszeichnung des Projekts „Biodiversität auf kirchlichen Friedhöfen“ am 4. Juni als „Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ hat verdeutlicht, welche Verantwortung und Chancen kirchliche Friedhofträger für den Natur- und Umweltschutz haben. Im Rahmen der Veranstaltung fand auch ein erster Workshop zu Perspektiven der zukünftigen Entwicklung von Friedhöfen unter diesen Aspekten statt – durchgeführt von Joana Cavaco.

Joana Cavaco ist seit März 2016 im Haus kirchlicher Dienste als Umweltreferentin in Teilzeit bis Ende des Jahres befristet angestellt. Nahe ihrer Heimatstadt Lissabon studierte sie in der Weltkulturerbe-Stadt Évora Landschaftsarchitektur. Nach zwei portugiesischen Forschungsprojekten und Praktika in Dänemark und Frankreich ist sie mit ihren Mann nach Hannover gekommen. Hier lernte sie das Haus kirchlicher Dienste über das Projekt Minerva kennen, einem Mentoringprogramm für Migrantinnen. Waltraud Kämper, die das Projekt im Haus kirchlicher Dienste betreute, vermittelte Cavaco an das Arbeitsfeld Umwelt- und Klimaschutz. So arbeitete sie zunächst 10 Monate ehrenamtlich beim Projekt „Biodiversität auf kirchlichen Friedhöfen“ mit.

Mit ihren Erfahrungen und ihrem Fachwissen begleitet sie zusammen mit den Umweltreferenten Reinhard Benhöfer und Gabi Gust Gemeinden, die ein Umweltmanagement auf ihren Friedhöfen einführen. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf der gemeinsamen Erarbeitung von Maßnahmen zur Entwicklung der Friedhöfe. Cavaco unterstützt die Verantwortlichen vor Ort bei der Bestandsanalyse und bei der Identifikation von Perspektiven für die Friedhöfe. Alle Lösungen und Maßnahmen haben das Ziel, die Artenvielfalt auf den Friedhöfen zu erhöhen, die Attraktivität der Flächen zu steigern und die Wirtschaftlichkeit zu verbessern.

„Ich helfe dabei, dass die Verantwortlichen ihren Friedhof ,lesen lernen‘. Ich kann ihnen ihren Friedhof auf eine andere Art und Weise erklären und sie sehen dann Pflanzen, Orte oder Besonderheiten, die sie vorher nie so wahrgenommen haben“, so Cavaco. Dabei helfe auch, dass sie viel mit Bildern und sehr anschaulich arbeite. So können bisher verborgende Potenziale entdeckt und weiterentwickelt werden.

Viele kirchliche Friedhöfe stehen vor neuen Herausforderungen durch eine sich verändernde Bestattungskultur, sinkende Flächennachfragen - obwohl die Sterbezahlen ansteigen - und damit einhergehenden finanziellen Einbußen. Viele reservierte Flächen werden nicht benötigt. Eine Lösung ist, ökonomisch und ökologisch mit neuen Konzepten zu reagieren. Die ökologische Aufwertung und die ökonomische Zukunftsfähigkeit gehen dabei Hand in Hand. Naturnahe Umgestaltung von Wegen und Flächen senkt den Unterhaltungsaufwand und steigert die Attraktivität. Gleichzeitig steigt die Artenvielfalt.

Seit Mai 2015 führt das Arbeitsfeld einen Kurs zur Einführung des Umweltmanagementsystems für kirchliche Friedhöfe durch. Im Jahr 2016 wurden und werden zusätzlich Fortbildungen zu spezifischen Umweltthemen auf Friedhöfen angeboten.