Wenn Kirchenleute sich mit Bremsen befassen

Nachricht 25. Januar 2016

Wie sieht die Arbeitsrealität aus? Mit welchen Problemen werden Menschen aus meiner Kirchengemeinde in der Arbeitswelt konfrontiert? Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, fanden sich 30 Engagierte aus der Landeskirche, zumeist Pastorinnen, Diakone und Kirchenvorsteherinnen, am 20. Januar auf dem Betriebsgelände des Bremsenherstellers WABCO in Hannover zusammen.
Dort wurden sie von Betriebsratsvorsitzenden Jens Schäfer und Wiebke Bohnsack, Personalleiterin und Arbeitsdirektorin, empfangen. Nach einer allgemeinen Vorstellung des Unternehmens und insbesondere des Standortes Hannover, der seit 1869 besteht und insgesamt 2500 Mitarbeiter beschäftigt, kamen erste Rückfragen aus der Gruppe. Auf kritische Fragen nach Inklusion oder der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsalltag gingen die WABCO-Vertreter offen ein. Den Anteil von Leiharbeit in der Produktion, so die WABCO-Mitarbeitenden, wolle man von jetzt 23 Prozent senken; ein Erfolg sei allerdings, dass schon jetzt Leiharbeiter ab dem ersten Arbeitstag wie Festangestellte bezahlt würden. Besonders stolz sei man auf das gute Betriebsrentenmodell, welches die Stärke des Betriebsrats bei WABCO demonstriere.
„Nach dieser Vorstellung habe ich das Gefühl, eine realistische Darstellung von WABCO gehört zu haben“, sagte eine Teilnehmerin.
Ausgerüstet mit Sicherheitsschuhen und -brillen leitete Schäfer die anschließende Führung durch den Betrieb, in der die Besuchergruppe die Arbeit im elektronischen und mechanischen Bereich „live“ erleben konnte. Um hierbei aufkommende Fragen ungestört durch die laute Produktion klären zu können, gab es auch anschließend die Möglichkeit, Fragen zu stellen.
Die Besichtigung bei WABCO war die zweite von insgesamt vier Veranstaltungen, die in diesem Jahr unter dem Motto „Mobilität von Waren und Menschen“ angeboten wurde. Initiator ist der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA) im Haus kirchlicher Dienste, der schon lange mit Betriebsbesuchen die Arbeitswelt veranschaulicht. Neu ist jedoch, dass das Projekt offen für alle Interessierte aus der gesamten Landeskirche ist.
Die Besichtigung wurde von der zuständigen Superintendentin Bärbel Wallrath-Peter und Gerda Egbers, Referentin für den kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt, vorbereitet.

Als nächstes sind die Besichtigungen der Meyer & Meyer Holding GmbH & Co. KG in Osnabrück (3. März) und der Osthannoverschen Eisenbahnen AG in Celle (14. April) geplant. Anmeldungen werden von Monika Micuda unter Telefon 0511 1241-525 oder micuda@kirchliche-dienste.de gerne entgegengenommen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.