Das Reformationsjubiläum startet übermorgen – quasi

Nachricht 10. Februar 2016
Rund 40 Botschafter für das Reformationsjubiläum kamen aus den Kirchenkreisen im Haus kirchlicher Dienste zusammen, um sich detailliert über das Festjahr zu informieren. Foto: Gunnar Schulz-Achelis/HkD

Lutherjahr-Update für die Beauftragten der Kirchenkreise im Haus kirchlicher Dienste

Bei aller Vorfreude: Ein gewisses Quäntchen Nervosität war nicht zu verhehlen, beim zweiten Update der Landeskirche fürs nahende Reformationsjubiläum am 3. Februar. Im Haus kirchlicher Dienste wurde den Luther-Beauftragten der Kirchenkreise fast schon gebetsmühlenartig eingebläut: Das Jubiläumsjahr beginnt nicht am 1. Januar 2017, sondern am 31. Oktober 2016. Also quasi übermorgen. Die unausgesprochene Botschaft zwischen den Zeilen: Haltet euch ran!

Mehr als fünfeinhalb Stunden lang prasselten die Informationen auf die Gäste ein. Die Vorbereitungen in den einzelnen Kirchenkreisen mögen auf einem sehr unterschiedlichen Stand sein, auf Landeskirchen- und EKD-Ebene sind sie weit gediehen. Demnach soll es am Reformationstag 2016 mit einem großen, vom Fernsehen übertragenen Eröffnungsgottesdienst und einem Staatsakt in Berlin losgehen. Und eigentlich einen Tag früher, wenn in Eisenach die neue Fassung der Lutherbibel vorgestellt wird. Oder sogar schon am 29. Oktober. Mit einem großen Crossover-Konzert zwischen Klassik und Funk in Hannover. Manch einer, so scheint es, kann den Beginn des Jubiläumsjahres kaum erwarten.

Danach geht es Schlag auf Schlag: Am 2. November startet in Genf der Europäische Stationenweg, an dem 19 Länder mit 67 Stationen beteiligt sind – zwei davon auf dem Gebiet der Hannoverschen Landeskirche, nämlich am 24. November in Osnabrück und am 6. Dezember Wolfsburg. Nächster Höhepunkt sollen Mitte Januar 2017 zwei Aufführungen eines Luther-Pop-Oratoriums mit 3000 Mitwirkenden in der TUI-Arena Hannover sein. Im März folgt der Ökumenetag „Healing of Memories“ mit einem Fernsehgottesdienst aus der Hildesheimer Michaeliskirche.

Im Mai 2017 wird in Wittenberg der Reformationssommer eingeläutet, mit Weltausstellung, riesigem Konfi-Camp und zahllosen Sonderveranstaltungen. Und wenn ein Kirchenchor spontan mit einem Lied erfreuen möchte: Auch für diesen Fall ist in Wittenberg mit einer Extrabühne vorgesorgt. Die Landeskirche Hannovers mietet für den Reformationssommer ein Ladenlokal als Anlaufpunkt an: Mitten im Zentrum, direkt an der historischen „Rennmeile“ zwischen Lutherhaus und Schloss.

Der Deutsche Evangelische Kirchentag vom 24. bis 28. Mai in Berlin mit seinem Abschlussgottesdienst in Wittenberg sowie die sechs Kirchentage auf dem Weg in Leipzig, Magdeburg, Erfurt, Jena/Weimar, Dessau/Rosslauf und Halle/Eisleben sind die Top-Ereignisse in der Mitte des Jubiläumsjahres, das am 31. Oktober mit einem großen Festgottesdienst endet.

Der Reformationstag 2017 ist ausnahmsweise bundesweit ein Feiertag und beschert allen, gleich welcher Konfession und welchen Glaubens, ein langes Wochenende. Ausgiebig genutzt wird das im Kirchenkreis Bramsche, wo ein viertägiges Zeltfest mit unterschiedlichsten Aktionen und Veranstaltungen gefeiert werden soll. Andere Kirchenkreise fokussieren sich weniger auf den Kerntermin. So wird es in Celle eine aufwändige Ausstellung über die Reformation in der Region geben, der Kirchenkreis Bodenwerder will 500 Eichenzöglinge in die ganze Landeskirche verteilen, die Stadtkirche Hannover plant – in Anlehnung an die 95 Thesen Luthers – einen 95-teiligen Veranstaltungsreigen. Das Emsland erlebt ein großes Kulturprojekt in Kooperation mit den Schulen, Soltau schreibt sich seine eigene Kirchenkreis-Bibel (angelehnt an das Gästebibel-Projekt der Landeskirche). Der Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt funktioniert für zwei Monate eine Kirche in eine Kinderkathedrale um, nebenan im Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld gehen ab Pfingsten 2017 zwei Reformations-Türen auf Reisen.

Arend de Vries, geistlicher Vizepräsident des Landeskirchenamtes, gab für weitere 2017-Pläne die Devise aus: „Seid konkret und fragt auch, was bleiben soll.“ Letztlich gehe es darum, Bilder zu erzeugen, die sich einprägen, und so „möglichst viele Menschen auf den Weg“ zu bringen. HkD-Direktor Ralf Tyra zog die Bilanz des Tages: „Ich glaube, wir sind wirklich gut aufgestellt in der Hannoverschen Landeskirche.“

Text: Ralf Neite