Szenen aus Flüchtlings-Leben

Nachricht 09. Februar 2016
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Das „boat people projekt“ wird beim Aschermittwoch der Künste „auftreten“.  Foto: Reimar de Chevallerie

Jugendliche Flüchtlinge aus Eritrea, Afghanistan und Syrien führen gemeinsam mit dem Göttinger „boat people projekt“ Lieder und Szenen aus ihrem Leben auf beim 18. Kunstempfang „Aschermittwoch der Künste“ der Landeskirche Hannovers in der Göttinger St. Johanniskirche am Mittwoch, 10. Februar.  Premiere feiert dabei eine Szene, die eigens für diesen Kunstempfang geschrieben wurde. Eine Reaktion darauf erfolgt dann von Landesbischof Ralf Meister aus Hannover, den Mitgliedern des „boat people projekt“ und Gästen. Landesbischof Ralf Meister freut sich schon auf die geladenen Gäste, die aus der niedersächsischen Theater-, Kirchen- und Kunstszene sowie aus der Stadt Göttingen kommen.

Die Konzeption und Realisation dieses Kunstempfanges, der immer an wechselnden Kulturorten oder Kirchen in der Landeskirche stattfindet, liegt schon seit 1998 ganz Arbeitsfeld „Kunst und Kultur“ im Haus kirchlicher Dienste. Immer wieder stehen dabei ein künstlerischer Impuls und Debatten der Gäste im Mittelpunkt.

So steht der Aschermittwoch in diesem Jahr ganz unter dem Thema „Eine Art Veränderung“. Dazu werden sich die Schauspieler Rzgar Kalil, Franziska Aeschlimann und Dominik Breuer mit den Ängsten der Deutschen vor „den“ Flüchtlingen auseinandersetzen.

Landesbischof Ralf Meister sagt: „Kirche und Kultur sind gute Partner, um gesellschaftlichen Veränderungen und Ängsten zu begegnen. Gemeinsam können wir Wege und Visionen für eine integrative Gesellschaft entwickeln.“

Das Göttinger „boat people projekt“ schreibt und inszeniert zu Themen, die höchst politisch sind. Sie fragen nach Heimat, Integration, Flucht und Identität. Im Mittelpunkt stehen dabei immer Menschen mit Bühnenerfahrung und Fluchterfahrung. Die Theatermacher des „boat people projekt“, die Autorin und Regisseurin Luise Rist und die Regisseurin Nina de Chevallerie beschreiben ihre Arbeit so: „Mit unseren poetischen Theaterstücken möchten wir einen Schritt in die Zukunft gehen, gemeinsam mit denen, die zu uns kommen, und denen, die schon da sind“.

Dafür erhalten sie in Kürze den Göttinger Friedenspreis der Stiftung Dr. Röhl. Die Preisverleihung ist am 6. März ebenfalls in Göttingen.