"Der Dialog ist mir wichtig"

Nachricht 08. Februar 2016
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Pastor Woldemar Flake wird zum 1. März neuer Beauftragter für Ökumene im Haus kirchlicher Dienste. Foto: Fotostudio Sascha Gramann, Braunschweig

Neuer Beauftragter für Ökumene im Haus kirchlicher Dienste wird zum 1. März Pastor Woldemar Flake. Er tritt damit die Nachfolge von Dirk Stelter an, der im Oktober 2015 ins Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewechselt ist. 

Der ökumenische Dialog mit den anderen christlichen Konfessionen und mit zugezogenen Christen wird zu seinen Aufgaben gehören. „Mich reizt besonders die Arbeit mit den christlichen ‚Gemeinden anderer Sprache und Herkunft‘“, verrät der 48-Jährige. Aus dem Ausland zugewanderte Christen gründen in Deutschland eigene Gemeinden und bringen ihre Traditionen mit. „Das ist eine große theologische Herausforderung für die Zukunft. Wir müssen uns auch selbst fragen: Wofür stehen wir und was vertreten wir im Dialog mit diesen Gemeinden?“, sagt Flake, der die Situation des Fremdseins aus eigener Erfahrung kennt.

Eigene Erfahrungen mit dem Fremdsein

Als Student ging er für ein Jahr ins schottische Aberdeen, von 1994 bis 1995 absolvierte er ein Auslandsvikariat in Hongkong. „Was ich damals erlebt habe, ist für mich bis heute relevant“, sagt Flake rückblickend. „Theologie steht immer in einem bestimmten Kontext.“ In einer wissenschaftlichen Untersuchung befasste er sich später mit der Wechselwirkung zwischen der Kultur eines Landes und den dort lebenden christlichen Gemeinden.

Von 2007 bis 2009 lebte Flake mit seiner Frau und zwei Kindern in Nord-England, wo er für drei Jahre als Pastor in Colne in der Diözese Blackburn wirkte. „In einem fremden Land mit einer fremden Sprache zu leben, war eine wichtige Erfahrungen für unsere ganze Familie“, erzählt Flake. „Als Pastorenfamilie hatten wir es leicht, in Netzwerke aufgenommen zu werden und Kontakte zu knüpfen. Vor allem habe ich erlebt, unter einem wie großen finanziellen Druck die englischen Gemeinden stehen und was das für positive und negative Kräfte freisetzt.“

Flake hat in England verschiedene Fortbildungen zur Gemeindeentwicklung gemacht, unter anderem zu dem Programm „Fresh Expressions of Church“. An diese „neuen Ausdrucksformen von Kirche“ kann er im Rahmen des ökumenischen Projektes „Kirche²“ anknüpfen. Von 2000 bis heute war er im „Arbeitskreis Blackburn“ der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig aktiv, der zum Ziel hat, die Verbindung der evangelischen Kirchen in Deutschland mit der anglikanischen Kirche auf lokaler Ebene zu vertiefen und weiter zu entwickeln.

„Ich freue mich auf die ökumenische Zusammenarbeit“

Als Pastor der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig war Flake von 2000 bis 2006 Pastor im damaligen Gesamtpfarrverband Süd-Asse und in dieser Zeit auch Missions- und Ökumenebeauftragter der Propstei Schöppenstedt. Von 2009 bis 2011 teilte er sich, wie schon zuvor in Süd-Asse, eine Stelle mit seiner Ehefrau Sabine Behrens in der Kirchengemeinde St. Jürgen in Braunschweig.

Seit 2011 ist er Pastor in der Kirchengemeinde Weststadt in Braunschweig. „Das ist ein kulturell sehr bunter Stadtteil, in dem Fragen der Integration von Neuzugezogenen aus dem Ausland eine wichtige Rolle spielen.“ Besonders über die drei Kitas und die zwei Familienzentren prägen diese Fragen das Gemeindeleben. Auch die ökumenische Zusammenarbeit mit der katholischen Gemeinde ist dort sehr eng. „Sie ist über Jahre hinweg gewachsen und für alle ganz selbstverständlich“, berichtet Flake. „Ich freue mich darauf, in Zukunft sowohl mit den katholischen Bistümern als auch mit den anderen Kirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Niedersachsen (ACKN) zusammenzuarbeiten.“

In seiner Freizeit fotografiert Flake gern und er liebt Schottland und das Segeln. Die Einführung von Pastor Woldemar Flake wird am 3. Juni um 15 Uhr in der Neustädter Hof- und Stadtkirche mit einem Gottesdienst gefeiert.