Evangelische Kirche in der Minderheit - zwischen Aufbruch und Zerfall

Nachricht 29. Februar 2016
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Honorar-Professor Dr. Michael Bünker, Bischof der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Österreich, spricht am 18. März in Hannover über die Chancen einer Minderheits-Situation einer Kirche. Foto: Uschmann

Eine Minderheits-Situation als Chance zu begreifen – darüber wird ein führender evangelischer Theologe Europas am Freitag, 18. März in Hannover sprechen. Im Rahmen des Themenjahres „Reformation und Eine Welt“ hält Bischof Dr. Michael Bünker, Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, einen Vortrag zu dem Thema „Evangelische Kirchen in der Minderheit – zwischen Aufbruch und Zerfall“ um 19.30 Uhr in der reformierten Gemeinde, Lavesallee 4. Bei dem Vortrags- und Gesprächsabend wird der 62-jährige Geistliche anschließend mit Uwe Onnen, Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland und Paul Oppenheim, Vorsitzender der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Hannover diskutieren. Moderiert wird der Abend durch Oberlandeskirchenrat Rainer Kiefer vom Landeskirchenamt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, organisiert wurde er unter anderem von Pastorin Sophie Anca, Mitarbeiterin des Arbeitsfeldes Ökumene und Reformationsjubiläum im Haus kirchlicher Dienste.

Die meisten evangelischen Kirchen Europas sind in ihren Ländern zahlenmäßige Minderheiten. Nach weit verbreiteter Meinung leben sie in der sogenannten „Diaspora“. Nun erlebt der Begriff der Diaspora in der Kultur- und Sozialwissenschaft durch die zunehmende Migration eine neue und auch positive Bedeutung. „Daran können die Minderheitskirchen anknüpfen. Wenn sie sich als Diaspora verstehen, ist die Minderheitensituation kein zu beklagendes Geschick, sondern ein besonderer Auftrag. Sie sind berufen, zur ‚Stadt auf dem Berge‘ zu werden und die Botschaft des Evangeliums für alle glaubwürdig zu bezeugen und zu leben“ sagte im Vorfeld der evangelische Bischof Österreichs, dessen Kirche mit rund 300.000 Mitgliedern in einem Land mit 5,2 Millionen Katholiken ihren Glauben lebt. An glaubwürdigen Beispielen aus dem Leben vieler Kirchen lasse sich ablesen, was es heißt, nicht einfach „in“ der Diaspora zu leben, sondern Diaspora zu sein. So könne der Begriff Diaspora ein zukunftsweisendes Selbstverständnis evangelischer Kirchen in vielen europäischen Ländern beschreiben, so Bünker abschließend. Der Eintritt ist frei.