Die schönste Geschichte der Welt

Nachricht 22. Dezember 2016
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Weihnachten – Keiner hat die Geschichte von der Geburt Christi anschaulicher und eindringlicher beschrieben als der Evangelist Lukas. Ohne ihn sähe die Welt viel trauriger aus. Ihm verdanken wir mit der Weihnachtsgeschichte einen der schönsten Texte der Weltliteratur. Und kein Übersetzer reicht an Luther heran.

Eine Hoffnungsgeschichte, in deren Mittelpunkt das große Geschenk Gottes an die ganze Menschheit steht: „Euch ist heute der Heiland geboren.“ Und haben Menschen nicht bis heute eine tiefe Sehnsucht nach Rettung für sich und ihre Welt?

Die Ereignisse dieser Heiligen Nacht prägen unser kulturelles Gedächtnis. Vieles kommt zusammen, was Menschen bewegt. Wir sehen einen Sternenhimmel, Ochs und Esel im Stall, Angst und Freude bei den Hirten und natürlich eine Schar von Engeln. Da ist der mächtige Kaiser in Rom und das (scheinbar) armselige Ereignis in einem Stall am Rand
der Welt.

Anrührend und dramatisch wird die Geschichte rund um die Geburt Jesu erzählt, die uns bis heute berührt, weil es auch unsere Geschichte ist. Wie sollten wir bestehen können angesichts der Wirklichkeit dieser Welt ohne dieses Hoffnungszeichen?

Pastor Ralf Tyra, Advent 2016

Hoffnung in der Wirklichkeit dieser Welt

Dieser Weihnachtsgruß wurde vor dem 19. Dezember geschrieben. Wir haben inzwischen an der Gedächtniskirche in Berlin – die mit ihrer Turmruine zum Frieden mahnt – hautnah erfahren (nach Paris, Nizza, Istanbul), was passiert, wenn Menschen ihren Hass ausleben. Wenn  Menschen den Frieden Gottes mit Füßen treten. Ist das die Wirklichkeit dieser Welt? „Wo finden wir jetzt die Kraft, uns nicht zur Unmenschlichkeit verführen zu lassen?“, fragte der Tagesspiegel kürzlich. Ich erinnere mich an die Zeilen eines Mannes aus Paris  (dessen Frau und Kind unter den dortigen Attentatsopfern waren): „Meinen Hass bekommt ihr nicht!“  Auch die Kraft und der Mut dieses Mannes gehören zur Wirklichkeit dieser Welt. Sie gehören zur Wirklichkeit des Kindes in der Krippe.

Wir gedenken der Opfer. Beten für die Angehörigen. Schweigen. Rücken näher zusammen und zünden Lichter an. Ja, das Licht der Hoffnung, dass wir mit Weihnachten verbinden, flackert. Und wie zum Trotz wende ich mich wieder der Botschaft von Weihnachten zu. Ich klammere mich auch an diesem Heiligen Abend an das Hoffnungszeichen, das von dem Kind in der Krippe ausgeht! Frieden bleibt möglich gegen alle bösen Mächte dieser Welt.

Ralf Tyra, 21.12.2016