Bad im Ideenpool

Nachricht 14. Dezember 2016

Ein Ideenfeuerwerk erlebten Margarethe von Kleist-Retzow und Kari Bergmann von den Kirchengemeinden Linden-Limmer am 17. November bei einer Tagung in Hannover. Die Initiative Gemeinwesendiakonie aus dem Haus kirchlicher Dienste (HkD) in Hannover bietet ein neues Format der Begleitung und Beratung von Gemeinden an. In diesem Projekt werden die Kirchengemeinden dazu angeleitet, dass ihr Umfeld - den  „Sozialraum“ - in den Blick zu nehmen, um dann diesen mit den Menschen und den Akteuren vor Ort zu gestalten. In zehn Projektgemeinden in der hannoverschen Landeskirche hat die Initiative Gemeinwesendiakonie mit Hilfe des sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland eine Gemeindeanalyse durchgeführt. Nun brachten in einem nächsten Schritt Experten aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern ihre Ideen vor den beiden Gemeindevertreterinnen aus Linden-Limmer ein im Rahmen der zweiten Fachtagung Religionspädagogik und Diakonie.

Die durchgeführte Gemeindeanalyse hatte unter anderem die Analyse der gemeindlichen Ressourcen und Kompetenzen zum Ziel. Zu den Fragen gehörte, wie viele Männer und Frauen welchen Alters, mit welchen Interessen und welchem Bildungsstand in der Gemeinde leben. Was für Angebote gibt es bereits von Vereinen und Gruppen vor Ort? In welchem diakonischen Bereich will sich die Gemeinde stärker engagieren?

Die Ergebnisse stellte Projektleiter Peter Meißner im Beisein von Bergmann und von Kleist-Retzow der Runde vor. Die Kirchengemeinden Linden-Limmer wollen sich einen Schwerpunkt im Bereich der Flüchtlingsarbeit unter anderem mit Jugendlichen setzen: Dieser Stadtteil ist sehr von Zuwanderern und Studenten geprägt. Man möchte „Orte der Begegnung“ zwischen Einheimischen und Geflüchteten installieren.

Deshalb waren zwölf Experten aus dem Bereich der Flüchtlingsarbeit, wie Waltraud Kämper vom Projekt „Ponte – Brücken im den Arbeitsmarkt“ und Fachleute für neue Gemeindemodelle, wie Pastorin Sandra Bils von „Kirche hoch zwei“, eingeladen. Experten aus dem HkD, dem Diakonischen Werk in Niedersachsen und aus anderen Berufsfeldern werden in jedem Projekt jeweils zu dem Thema ausgesucht, das die Gemeinde im ersten Schritt erarbeitet hat.

Gemeinsam werden in einem Brainstorming Gedanken und Ideen gesammelt und die Gemeindevertreterinnen können sozusagen in Ideen „baden“. „Es sollte keine Aktion für Flüchtlinge geben, sondern nur eine mit Flüchtlingen“, meinte Bils. Der Vorschlag beispielsweise, Begegnungen bei einem Essen zu ermöglichen, fand breite Zustimmung.

Am Ende entschieden die Vertreter aus Linden-Limmer, welche Anregungen sie für geeignet halten und in ihrer Gemeinde umsetzen wollen. Ziel dieses Arbeitsschrittes ist es,  den eigenen Ideenpool zu erweitern, um dann in einem nächsten Schritt, die Pläne zu konkretisieren und mit einem Konzept zu versehen. Hierbei werden konkrete Vereinbarungen zur weiteren Vorgehensweise verabredet.