„Feel the Spirit!“

Nachricht 12. Dezember 2016
Azubis präsentierten unter anderem Bilder, die sie erstellt hatten, in der Abschlussrunde. Foto: Gunnar Schulz-Achelis/HkD

Am Nikolaustag haben sich 140 Auszubildende vom Volkswagen-Standort Wolfsburg auf Einladung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers mit dem Thema „Beruf und Berufung“  befasst. Im Rahmen des Reformationsjubiläums fährt derzeit  ein Truck insgesamt 67 Standorte in ganz Europa an, um jeweils ein spezifisches Stück Reformationsgeschichte zu vermitteln. Vom  5. bis zum 7. Dezember stand Wolfsburg im Mittelpunkt des „Europäischen Stationenwegs“, bei dem die Evangelischen Landeskirchen stets mit Partnern vor Ort in den Dialog treten.
In der Autostadt waren 13 Workshops vorbereitet, in denen die Jugendlichen kreativ und inhaltlich zugleich arbeiten und diskutieren konnten: Techniken wie Foto, Film, Darstellung  und Sound dienten als Ausdrucksform für die Gedanken der jungen Erwachsenen.  „Neue Herausforderungen in der Arbeitswelt“, „Was zeichnet Dich aus?“ oder ein „Beat-Workshop“ gehörten zu den angebotenen Gruppen. Überraschung war bei den „Blind Dates“ angesagt:  Hier trafen die Azubis auf Persönlichkeiten der Region, denen sie ihre Fragen zum Berufsleben ganz direkt stellen konnten.

Michael Wilkens, Geschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg und Ralf Thomas von Volkswagen Pro Ehrenamt hatten die Treffen vermittelt. Ralf Thomas  sieht sich im Nachhinein bestätigt: „ Die Jugendlichen haben unser Angebot intensiv wahrgenommen  und ihre Chance begeistert genutzt. Wir alle lernen am besten von lebensnahen, positiven Vorbildern.“  Michael Wilkens, der die Vorbereitungen von Anfang an beratend mit begleitete: "Unser Verständnis von Arbeit wandelt sich stetig. Noch vor einigen Jahrzehnten waren ein fester Schreibtisch und geregelte Arbeitszeiten das A und O, heute arbeiten wir zunehmend mobil und vernetzt, Mitarbeiter wünschen Flexibilität, um Job und Privatleben gut verbinden zu können. Nicht verändert hat sich dagegen, dass die Mitarbeiter das Kapital eines jeden Unternehmen sind. Sie gilt es zu motivieren, ihre Stärken zu fördern und sie an das Unternehmen zu binden. Ich bin überzeugt, dass dabei die materiellen Anreize nicht wirklich zählen. Es sind im Gegenteil Werte des Anstands, des Respekts und das Wissen um das menschliche Grundbedürfnis nach Sinngebung, mit denen Unternehmen bei ihren Mitarbeitern punkten können.“

Stellvertretend für viele der Auszubildenden haben Frank Kamke und Kassandra Sternoni ihre Erfahrungen am Aktionstag geschildert: Frank Kamke, 20 Jahre, absolviert gerade einen dualen Studiengang im Fach Elektrotechnik: „Mein Blind-Date-Partner hat mich beeindruckt. Zu erfahren, wie er seinen Berufsalltag lebt, wovon er sich inspirieren lässt, hier habe ich viele Gemeinsamkeiten entdeckt.“ Und Kassandra Sternoni, 19 Jahre, Auszubildende im Bereich Werkzeugmechanik stellte fest: „Bei Volkswagen sind besonders die Weiterbildungschancen attraktiv. Wir werden immer wieder neu dazu lernen können.“

Peer-Detlev Schladebusch, Industriepastor des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt, der mit seinen Kollegen Thomas Ringelmann und Merten Wecker aus dem Haus kirchlicher Dienste den Azubi-Aktionstag organisierte, resümiert: „Es war spannend, die Azubis in Aktion mitzuerleben. Ihnen und uns hat sich der Horizont der Arbeitswelt erweitert. Das war unsere Absicht. Bei jedem weltlichen Beruf sind Menschen von Gott berufen, zusammen mit ihm an der Schöpfung weiterzuarbeiten. Dahinter gibt es kein Zurück mehr. Jede und jede kann so in Verantwortung vor Gott und den Menschen mit eigener Gestaltungskraft etwas Besonderes leisten.“

Auch der seitens Volkswagen verantwortliche Ausbilder Frank Mosel fasst die Ergebnisse des Aktionstages überaus positiv zusammen: „ Wir haben uns alle miteinander und aufeinander eingelassen und ich kann nur bestätigen, dass diese Art der Begegnung für unsere Auszubildenden interessant und bereichernd war.“  Im Frühjahr 2017 sollen die Film-, Foto- und Kunstergebnisse einem größeren Publikum in Aktionen und Ausstellungen zugänglich gemacht werden.

Volkswagen begleitet als Partner des gesamten Reformationsjubiläums auch den „Stationenweg“ auf seiner Reise durch Europa.
Rita Werneyer
 

Besuch in der Moschee. Foto: KDA

Feedback zum Workshop "Und wo glaubst du?"

Lea Krawehl, Auszubildende zur Verfahrensmechanikerin bei Volkswagen in Wolfsburg, schreibt über den vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) organisierten Workshop:

"Einen herzlichen Dank möchte ich Ihnen auch nochmals aussprechen. Unser kleiner 'Ausflug' am Dienstag war wirklich sehr interessant und informativ!

Besonders toll fanden wir, dass wir die Möglichkeit hatten, ein Gebet in der Moschee zu betrachten. Es war für uns drei was komplett Neues und hat uns noch einmal einen ganz anderen Einblick und eine andere Vorstellung vom Leben mit dem Islam gegeben!

Auch die St. Marien-Kirche fand ich besonders schön. Sie ist komplett anders als unsere Thomas-Kirche und hat durch ihre einzigartige Gestaltung und die Grabstätte einen besonderen Reiz."