Mit Phantasie durch Reformationsjahr

Nachricht 06. Dezember 2016
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Landesjugendpastorin Cornelia Dassler (von links) erläutert den Kollegen Marco Kosziollek und Marion Römer den Entwurf von youngPOINTreformation, dem Jugendpavillon bei der christlichen Weltausstellung in Wittenberg im nächsten Jahr. Foto: Gunnar Schulz-Achelis/HkD

Ausstellung zeigt Panorama landeskirchlicher Aktivitäten zum Reformationsjahr 2017

Pop-Oratorium und Glaubenskurse, Kirchenführungen und Kunstprojekte: die Vielfalt landeskirchlicher Aktionen zum Reformationsjubiläum ist seit Montag, 5. Dezember im Landeskirchenamt in sieben Vitrinen und im Foyer des benachbarten Hauses kirchlicher Dienste (HkD) zu sehen. Die Präsidentin des Landeskirchenamtes Dr. Stephanie Springer eröffnete die kleine, einjährige Ausstellung mit einem kleinem Rundgang.

Springer selbst erläuterte Modelle des Künstlerwettbewerbes für eine Skulptur, die bis Mai vor dem Landeskirchenamt „auf der Mitte zwischen ehemaliger Synagoge und der Neustädter Kirche“ aufgestellt werden soll. Nach der Verfassungsänderung von 2013 mit einer Neubestimmung des Verhältnisses von Juden und Christen soll mit dem Siegermodell von Johann Tahon die Metapher von ecclesia und synogoga neu gedeutet werden, so Springer, weg von einer Abwertung der Synogoge. Bei den beiden Figuren sei nicht zu sehen, welche die Kirche und welche die Synagoge darstellen soll und ob sie Bibeln, Türen oder Himmelsleitern in den Händen halten.

Referenten des Hauses kirchlicher Dienste und des EvangelischenMedienServiceZentrums zeigten an weiteren 13 Stationen die ganze Breite der Aktivitäten auf landeskirchlicher Ebene. Einblicke in die Reformationsausstellung in Braunschweig und Reformationskunstprojekte von Designstudenten werden ebenso gegeben wie in gemeindeorientierte Projekte: der Reformations-Glaubenskurs „Im Zeichen der Rose“ oder Banner für Kirchentürme. Kirchenführungen mit Reformationsthematik erläuterte Marion Römer, HkD-Referentin für offene Kirchen: So könnte man mit Kirchenbänken und Kanzel über die Bedeutung des Wortes Gottes ins Gespräch kommen, mit Orgel und Gesangbuch über die Kirchenmusik, die eine große Rolle in der Reformation spielte. 

Künstlerin Lisa Reizig präsentierte Modelle ihres Kelches und ihrer Oblatenschale. Designstudenten aus Hildesheim hatten gemeinsam mit dem Referat Kunst und Kultur im HkD in ihrer Ausstellung ReFORMation innovative Objekte gestaltet. Reizig entwarf einen Kelch aus Glas, in dem man den Wein schon von der Seite sieht und der auf einen soliden Sockel aus Eichenholz thront, ebenso wie die Oblatenschale.
Wo welche Gemeinde oder welcher Kirchenkreis welche Aktion vor hat, kann man selbst durch das Klicken auf einem großen Bildschirm mit einer Niedersachsen-Karte sehen, die www.reformation-niedersachsen.de abbildet.

Ein Vorgeschmack auf die christliche Weltausstellung im Sommer 2017 in Wittenberg dürften Einblicke in den „Erlebnisraum Taufe“ wie das den Jugendtreffpunkt „youngPOINTreformation“ sein. Projektleiterin Ulrike Tüpker möchte mit „medialem Erleben“ in dem geplanten „Erlebnisraum Taufe“ die Besucher in die „assoziative Welt der Taufe“ eintauchen lassen und gibt in der LKA-Vitrine einen Werkstatt-Einblick. Landesjugendpastorin Cornelia Dassler hat ein Modell des geplanten Jugendzentrums ausgestellt; dieses werden als erste Jugendliche aus Hannover betreuen und dazu in Containern im Keller wohnen. In dem Gebäude aus weitgehend wiederverwendbaren Materialien, das  Mitarbeiter des Landesjugendpfarramtes und viele Jugendliche mit geplant haben, werden Kapelle und Ausstellungsfläche Workshops, Andachten und ein interaktiven Parcour beherbergen. „Inhalt und Erlebnis sollen verbunden werden“, sagte Dassler. 

Wie das Jubiläum klingt, kann man mit Musik im Foyer des HkD erleben: Bis März mit Bildern und Kopfhörermusik das Luther-Pop-Oratorium, und danach Fritz Baltruweits geistliche Volkslieder. Es lohnt sich wiederholter Besuch, weil die Ausstellung sich verändert: Bis Jahresende ist im HkD-Foyer die neue Luther-Bibelübersetzung - präsentiert von der Hannoverschen Bibelgesellschaft - zu sehen, danach eine „Spiel-Bank“ des Michaelisklosters, die auf die Kinderkathedrale in Hildesheim hinweist.
 

Ausstellung im LKA und HkD

Die Ausstellung in Hannover ist zu sehen

  • auf den Fluren im Landeskirchenamt,
    Rote Reihe 6,
    montags bis donnerstags 8 bis 17 Uhr,
    freitags bis 15 Uhr
  • und im Foyer des Hauses kirchlicher Dienste,
    Archivstr. 3
    montags bis donnerstags 7 bis 18 Uhr,
    freitags bis 16 Uhr.

Der Eintritt ist frei.