Die militärische Logik überwinden

Nachricht 22. August 2016
„Wir finden uns als Friedensarbeitskreis in der evangelischen Kirche nicht damit ab, dass militärisches Eingreifen immer mehr zur ersten Option wird und zivile Aufgaben an das Militär übertragen werden", sagt Pastor Lutz Krügener, Friedensbeauftragter der Landeskirche Hannovers im Haus kirchlicher Dienste, im Vorfeld des ökumenischen Forums für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Foto: Jens Schulze/HkD

Ökumenisches Forum für Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung

20.000 Gewehre an die Peschmerga, Erhöhung des Verteidigungsetats um jährlich 5000 Millionen Euro und die Bundeswehr im Einsatz im Innern. Dies sind die jüngsten Meldungen in Deutschland, wie Konflikte mit militärischen Mitteln gelöst werden sollen.

Gewaltfreie und zivile Konfliktlösungsansätze für internationale Krisen will das Ökumenische Forum aufzeigen: Am Samstag, 3. September findet in der Auferstehungsgemeinde in Hannover-Döhren von 10 bis 17.30 Uhr eine Veranstaltung der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen statt. Der Arbeitskreis für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung lädt zu dem Thema ein: „Gewaltfrei für den Frieden – Die militärische Logik überwinden“.

Der Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft Dienst für Frieden, Jan Gildemeister, wird in einem Referat aufzeigen, wie eine Politik ohne eine militärische Option möglich ist. Stefan Maaß, Friedensbeauftragter der Badischen Landeskirche, wird berichten, was die Landeskirche unternimmt, um glaubhaft „Kirche des gerechten Friedens“ zu werden. Am Nachmittag werden Superintendent i.R. Hermann de Boer, Vorsitzender des Arbeitskreises, und Pastor Lutz Krügener, Friedensbeauftragter der Landeskirche Hannovers im Haus kirchlicher Dienste, Arbeitsgruppen leiten, die Thesen und Forderungen an die Landeskirche und für die Gemeinden entwickeln. Zum Abschluss des Tages wird um 17 Uhr ein öffentliches Friedensgebet gefeiert.

Etappe auf dem Weg zur „Kirche des Gerechten Friedens“

Das diesjährige Ökumenische Forum versteht sich als eine Etappe auf dem Weg zur „Kirche des Gerechten Friedens“. Dies wird das zentrale Thema der Synode der Landeskirche Hannovers im November sein wird und in der Oldenburgischen Kirche hat dazu schon ein Gesprächsprozess begonnen.

Lutz Krügener sagt zum Ziel dieses Forums: „Wir finden uns als Friedensarbeitskreis in der evangelischen Kirche nicht damit ab, dass militärisches Eingreifen immer mehr zur ersten Option wird und zivile Aufgaben an das Militär übertragen werden.“ Damit stelle man sich deutlich gegen die aktuelle politische Ausrichtung, aber das Evangelium von Jesus Christus verpflichte zur Gewaltfreiheit. „Wir werden aufzeigen, dass wir mit zivilen Mitteln konkrete Beiträge zur Eindämmung von Kriegen und Konflikten leisten können. Pazifismus meint nie, nichts zu tun!“, so Krügener.

Das Forum ist eine offene Veranstaltung und Anmeldungen sind noch möglich bei Hermann de Boer, Masurenstr. 9B, 31831 Springe, Telefon: 05041-8027417, E-Mail: Hermann.de.Boer@t-online.de