Uelzener erleben HkD

Nachricht 10. September 2015
Diakonin und Kirchenpädagogin Nadine Kowalke (links) zeigte Diakonen und Pastoren aus dem Kirchenkreis Uelzen die Kirche-entdecken-Kiste, unter anderem mit einem Kaleidoskop im Kirchenfensterstil. Foto: Gunnar Schulz-Achelis/HkD

„Wir haben keine fertigen Lösungen für alles parat, aber wir wollen Impulse geben und ins Gespräch kommen.“ So hat es Matthias Wöhrmann, Leiter Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung im Haus kirchlicher Dienste (HkD) im Rahmen seines Workshops formuliert. Die Kirchenkreiskonferenz Uelzen hatte am Mittwoch, 9. September das Haus kirchlicher Dienste in Hannover besucht. Direktor Ralf Tyra gebrauchte bei seiner Begrüßung für sein Haus das Bild eines Baumarktes, in dem es viele Angebote gebe und für jeden etwas dabei sei.

Unter Leitung von Propst Jörg Hagen besuchten 17 Pastoren, drei Diakone und der Öffentlichkeitsbeauftragte die größte übergemeindliche Einrichtung der Landeskirche in der Archivstraße 3.

Referenten des Hauses boten zunächst drei Arbeitsgruppen zu vorher als Wunsch gemeldeten Themen an: „Qualitätsentwicklung als Chance“, „Kirche im ländlichen Raum“ und „Zukunft der Kirche“. Hier folgte ein reger Austausch zwischen den Referenten, Pastoren und Diakonen: Claudia Gerke spielte eine Kundenpfadanalyse mit den Kollegen an einem selbstgewählten Beispiel durch: Eine Ehrenamtliche möchte in ihrer Gemeinde ein Angebot machen. Welche Erwartungen wird sie an welcher Stelle dieses Prozesses haben und wie kann man sich darauf einstellen?

Bauernpastorin Ricarda Rabe hörte genau die Sorgen der Landpfarrer an und bot ihre Hilfe und die der landwirtschaftlichen Familienberatung an. Peter Meißner von der „Initiative Gemeinwesendiakonie“ zeigte die Chancen von Gemeinwesenarbeit auf und lud zur Beteiligung an seinem neuen gleichnamigen Projekt ein.

Wöhrmann regte in seinem Workshop eine neue Sichtweise an: Man solle die Zukunft der Gemeinden nicht unter dem Motto „Alles wie immer, nur ein bisschen kleiner“ angehen. Vielmehr war sich die Arbeitsgruppe einig, dass man ganz anders auf das Neue schauen wolle. Es folgten Anregungen und Visionen aus den jeweiligen Gemeinden: Pastorin Susanne Hallwaß aus Barum-Natendorf erkannte Chancen in kirchlichen KiTas und Grundschulen. Hier könnten die Kirchen nah an den Menschen Angeboten machen und gleichgesinnte Eltern, die vor ähnlichen Problemen stünden, miteinander vernetzen und begleiten.

Phillipp Elhaus, Referent für Missionarische Dienste im HkD, spannte abschließend den Bogen zu den Chancen, die sein Haus bieten wolle: „Wir können die Kirche für Morgen nur weiterentwickeln, wenn wir voneinander lernen.“

Nach gemeinsamer Andacht und Mittagessen wurde diese Idee im Rahmen eines Speed-Datings fortgeführt: 18 Referenten des HkD standen Rede und Antwort im direkten Gespräch und deckten dabei Themenfelder von „Besuchsdienstarbeit“, praktischem „Veranstaltungsmanagement“ bis „Kirche und Kunst“ ab. Zwei Stunden lang konnten die Pastoren und Diakone hier ihren Fragen freien Lauf lassen und mit den Referenten Erfahrungen austauschen und persönliche Kontakte knüpfen.

So informierte am Stand des Landesjugendpfarramts Wolfgang Blaffert über Theaterworkshops und Nadine Kowalke zeigte die „Kirche-entdecken-Kiste“ für Grundschüler mit Tüchern und Kaleidoskop im Kirchenfensterstil, Kreuz und Kinderbibeln. Handwerkspastor Claus Dreier berichtete von seinen Erfahrungen mit Scheunengottesdiensten. Sophie Anca gab Tipps, wie man das Reformationsjubiläum 2017 ökumenisch feiern kann.

Uwe Mestmäker, Pastor in Rosche, zog sein persönliches Fazit: „Man steht ja in der Heimatgemeinde immer im eigenen Saft. Hier bekommen wir mal einen Blick von außerhalb.“ Und Jürgen Bade, Pastor in Bienenbüttel, fasste zusammen: „Ich fand das vernetzte und kooperierende Denken hier gut und ermutige das HkD, da weiter zu machen. Ich bekam drei konkrete Fragen beantworte und nehme zwei Erkenntnisse mit nach Hause“.

Noah Grossmann