Jugendsynode

Nachricht 16. November 2015
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Jugendliche bereiten sich auf die Jugendsynode am 26. November im Stephansstift in Hannover vor. Foto: Regula Jantos

Gemeinsam fürs Ehrenamt: Jugendsynode im Dialog mit Landessynode

Sie wollen miteinander ins Gespräch kommen: 75 Landessynodale und 76 Jugendliche aus Sprengeln, Verbänden eigener Prägung und der Evangelischen Studierendengemeinde treffen sich am 26. November in Hannover. Dann findet – in der Zeit der Landessynode - eine Jugendsynode statt, die erste seit über 20 Jahren in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Die Idee, Jugendliche an kirchenpolitischen Prozessen zu beteiligen, ist nicht neu. Auch in anderen Landeskirchen finden Jugendsynoden statt. Das Besondere an Hannover ist, dass hier tatsächlich ein gemeinsamer Austausch stattfindet, gemeinsam gearbeitet wird und nicht parallel zueinander. „Es ist ein Dialog auf Augenhöhe. Er kann nur realisiert werden, weil alle Beteiligten bereit sind, miteinander ins Gespräch zu kommen“, beschreibt Bernd Rossi, stellvertretender Vorsitzender des Jugendausschusses in der Landessynode, das Format der Jugendsynode. „Das gibt es in dieser Form nicht so häufig.“ Dabei betont Rossi, wie wichtig es sei, Jugendliche mitentscheiden zu lassen. „Schließlich muss die Jugend in den nächsten Jahren mit den Rahmenbedingungen leben, die heute festgelegt werden. Und so ein Generationenvertrag kann nicht einseitig sein.“

Thema der Jugendsynode ist „Kirche lebt vom Ehrenamt, wovon leben Ehrenamtliche in der Kirche?“, ein Thema, das alle Altersgruppen gleichermaßen betrifft. „Das passt“, findet auch Bernd Rossi. „Das Ehrenamt wird sich in den nächsten Jahren weiter verändern und deutlich an Bedeutung gewinnen.“ Mehr als 100000 Menschen engagieren sich ehrenamtlich in der hannoverschen Landeskirche, viele von ihnen sind Jugendliche. Rossi sieht im November eine Chance, an wichtigen Rahmenbedingungen des Ehrenamtes zu arbeiten. Acht Schwerpunktthemen wird es dazu bei der Jugendsynode geben, zu denen die Synodalen und die jugendlichen Delegierten gemeinsam in Workshops arbeiten wollen: Kommunikation und Transparenz, Verlässlichkeit, Möglichkeiten der Qualifizierung, Motivation, spirituelle Chance, Anerkennung und Würdigung, kirchenpolitische Rahmenbedingungen und Klarheit. Die Ergebnisse der Workshops fließen anschließend in die Plenardebatte mit  Synodalen und Jugendsynodalen ein und sollen von der Landessynode weiter bearbeitet werden. Wie es dann mit der Jugendsynode weitergeht, ist noch unklar. Überlegt wird, sie alle drei Jahre stattfinden zu lassen, doch das muss erstmal geprüft werden. Bernd Rossi wünscht sich, dass die Jugendsynode sich institutionalisiere. „Denn die Lebenswelten von Jugendlichen ändern sich schnell, das dürfen wir nicht verpassen.“

Wenn sie sich engagieren, dann richtig!

Für viele Jugendliche ist ihr Engagement eine Herzensangelegenheit und sie setzen sich für ihre Projekte ein. Auch Kristin Volkmar aus Hildesheim möchte als Ehrenamtlerin an Entscheidungen beteiligt sein und nicht nur Anweisungen ausführt. „Es ist wichtig zu wissen, wo ein Projekt, eine Idee herkommt und warum wir etwas machen“, erklärt sie. Häufig sei es schwierig die Hintergründe zu durchschauen und zu verstehen, warum manche Dinge umgesetzt werden und andere nicht. Daher interessiert sich Kristin bei der Jugendsynode vor allem für die Themen Kommunikation und Klarheit. „Manchmal höre ich ‚Coole Idee, aber…‘ und dann verzögert sich alles. Das nervt“, berichtet die 21jährige. Seit sechs Jahren ist sie ehrenamtlich in der Kirche unterwegs, im Sprengeljugendkonvent und in der Evangelischen Jugend. In der Landesjugendkammer ist sie in der Arbeitsgruppe Kommunikation und Öffentlichkeit aktiv.

Klarheit ist ein Thema, das auch Jan Wardenbach (21) aus Rhauderfehn am Herzen liegt: „In der Jugendarbeit erlebe ich immer wieder, dass einige Dinge unklar sind. Was ist meine Aufgabe? Was wird von mir erwartet? Wer ist hier gerade verantwortlich? Durch diese Unklarheiten entsteht schnell ein unangenehmes Gefühl.“ In seinem Kirchenkreis ist ihm die Ausbildung und Qualifizierung von Jugendlichen besonders wichtig. „Wenn Jugendliche ihre Zeit investieren um ehrenamtlich aktiv zu werden, liegt es in unserer Verantwortung für ihr Wohlergehen zu sorgen und unklare Situationen zu vermeiden.“ Wardenbach ist einer der 76 Delegierten für die Jugendsynode. Für ihn ist es eine sehr starke Geste, dass ein wichtiges kirchenpolitisches Gremium wie die Landessynode mit den Jugendlichen in Kontakt kommen will. „Kirche braucht Jugendliche und die Evangelische Jugend braucht die Kirche. In der Jugendsynode sehe ich somit eine große Chance, unsere Interessen und Bedürfnisse beiderseits zu kommunizieren.“

Die Landessynode ist als Kirchenparlament das oberste Entscheidungsgremium der Landeskirche. Die Jugendsynode bietet den Jugendlichen und den kirchenleitenden Gremien die Chance, in direkter Kommunikation miteinander die Bedürfnisse und Wünsche von Jugendlichen im Besonderen und vom Ehrenamt im Allgemeinen wahrzunehmen und darauf aufbauend die kirchenpolitischen Weichen auszurichten.