Gedenkgottesdienst zur Katastrophe

Nachricht 16. März 2015

Arbeitshilfe und besonderer Gottesdienst in der Marktkirche in Hannover

Bizarrerweise am Sonntag mit dem Namen „Jubilate“ (zu deutsch: „freut euch!“), am 26. April 2015, jährt sich zum 29. Mal der Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Das Haus kirchlicher Dienste (HkD) hat jetzt mit der Arbeitsgemeinschaft „Hilfe für Tschernobyl-Kinder“ eine Gottesdiensthilfe vorgelegt, mit der Gemeinden an diesem Sonntag die Katastrophe und ihre Folgen zum Thema machen können. Am 26. April diesen Jahres wird ein entsprechender Gottesdienst um 10 Uhr in der Marktkirche in Hannover gefeiert, in dem viele Texte und Ideen aus der Gottesdiensthilfe zu erleben sind. Es predigt Marktkirchen-Pastorin Hanna Kreisel-Liebermann, Liedermacher Fritz Baltruweit wirkt mit seiner Gitarre mit und Schauspieler Martin Kunze führt zwei Szenen auf.

„Wir nehmen mit diesem Heft auch den 30. Jahrestag dieser Katastrophe in den Blick, den wir am 26. April 2016 erinnern werden“ sagt Mitverfasser Lars-Torsten Nolte, Referent im Haus kirchlicher Dienste und Geschäftsführer der Tschernobyl-Hilfe der Hannoverschen Landeskirche. Er möchte für den dritten Sonntag nach Ostern Kirchenmitarbeiter einladen, in ihrer Gemeinde einen Gottesdienst zum Thema „Tschernobyl“ zu feiern, mit Erwachsenen, Familien, Jugendlichen, Schülern oder Konfirmanden. Das 36-seitige Heft liefert vielfältige Anregungen und Materialien dazu.

Auszüge aus „Szenencollagen“ von Martin Kunze werden vom Autor selbst und weiteren Schauspielern in dem Gottesdienst in der Marktkirche am 26. April aufgeführt.

Die Gottesdiensthilfe enthält ein Interview mit dem ostfriesischen Maler Hermann Buß, der im Winter vor Ort war und jetzt an Bildern zum Thema „Tschernobyl“ arbeitet. Erste Skizzen der Bilder, die zusammen mit einer Meditationsandacht im Frühsommer auf der Homepage www.Tschernobyl-Hilfe.org abrufbar sein werden, zeigt er in einer Matinee nach dem Gottesdienst in Hannover. Im Gespräch mit dem HkD-Direktor Ralf Tyra wird er auch von den Eindrücken seiner Reise berichten.

Seit 25 Jahren hilft die Landeskirche den Menschen im stark verstrahlten Gebiet Gomel, im Süden Weißrusslands, in direkter Nachbarschaft des Unglücksreaktors. Die vorherrschende Windrichtung in den Tagen der Katastrophe führte dazu, dass vor allem die Menschen in Weißrussland dem radioaktiven Fallout ausgesetzt waren und bis heute unter den Folgen leiden. Darüber schreibt die Ärztin Dr. Dörte Siedentopf in der Gottesdiensthilfe. Die „Tschernobyl-Hilfe“ der Landeskirche hat über 25.000 weißrussische Kindern vierwöchige Sommeraufenthalte in niedersächsischen Familien ermöglicht. Daneben werden Krankenhäuser und Schulen vor Ort unterstützt.  Die Arbeitsgemeinschaft „Hilfe für Tschernobyl-Kinder“ in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers ist für jede Unterstützung dankbar. Dies kann durch die Fürbitte im Gottesdienst, durch finanzielle Unterstützung der Arbeit, etwa durch Kollektensammlungen oder durch aktive Mitarbeit geschehen. Für die Landeskirche wird die Präsidentin des Landeskirchenamtes Dr. Stephanie Springer in dem Marktkirchen-Gottesdienst allen Unterstützern danken. Angesichts der umfänglichen Hilfe in den vergangenen 25 Jahren könne das kirchenjahreszeitliche Motto des Sonntages „Freut euch!“ in gewisser Weise doch im Gedenkgottesdienst gelten, so Nolte abschließend.