Rossi wird neuer Geschäftsführer des Landesjugendpfarramts

Nachricht 06. März 2015
Diakon Bernd Rossi wird Geschäftsführer des Landesjugenpfarramtes. Foto: Jens Schulze/Landeskirche

Das Landesjugendpfarramt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers bekommt mit Bernd Rossi einen neuen Landesgeschäftsführer. Rossi, der auch Mitglied der Landessynode ist, wird seine Stelle zum 1. Juni antreten. Bisher ist er Kreisjugendwart im Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld und Gemeindediakon im Kirchengemeindeverband Elze/Eime.

Rossi bringt nicht nur langjährige Erfahrungen aus der Gemeindearbeit mit, sondern ist als Geschäftsführer des Kreisjugenddienstes auch mit der strukturellen Arbeit auf der Kirchenkreisebene vertraut. Durch seine Arbeit in der Landessynode kennt er die landeskirchlichen Strukturen und ist landeskirchenweit vernetzt. An der Synodenarbeit gefällt ihm vor allem der Gestaltungsspielraum in der Arbeit der Ausschüsse. Der Gestaltungsspielraum reizt ihn auch an seiner neuen Tätigkeit.

Ein breites Aufgabenfeld

Ein breites Aufgabenfeld erwartet den neuen Geschäftsführer: von der Vergabe der staatlichen und kirchlichen Mittel für die Jugendarbeit bis hin zur Verwaltung der beiden Evangelischen Jugendhöfe Spiekeroog und Sachsenhain sowie des Zeltlagerplatzes Offendorf, alle in Trägerschaft des Vereins Ev.-luth. Landesjugenddienst e. V.. Rossi wird in den verschiedenen Gremien der elf Jugendverbände der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Niedersachsen (aejn) mitarbeiten und sowohl die Geschäftsführung der Evangelischen Jugend in der Landeskirche, als auch die Leitung der Geschäftsstelle des Landesjugendpfarramtes inne haben.

Herausforderungen für die Jugendarbeit

„Ich freue mich darauf, im Team mit anderen Hauptamtlichen zu arbeiten und gemeinsam die Jugendarbeit voranzubringen“, sagt der 44-Jährige. „Wir müssen Strukturen entwickeln, damit Jugendarbeit auch in der Zukunft vor Ort stattfinden kann.“ Rossi sieht verschiedene aktuelle Herausforderungen für die Jugendarbeit. Im Zuge der Einführung der Ganztagsschule steht die bisherige Struktur der Jugendarbeit in Frage. „Wo können Schnittstellen sein, wo muss Jugendarbeit ihre Eigenständigkeit bewahren?“, fragt der Religions-Pädagoge.

Welchen Stellenwert die Evangelische Jugendarbeit bei der Integration von Migranten spielen kann, ist für Rossi eine weitere wichtige Herausforderung. Hier stehe man noch am Anfang. „Wir müssen erst einmal Ideen entwickeln“, so Rossi. Viele Gemeinden der Landeskirche sind ländlich strukturiert, Migranten waren dort bisher kaum vertreten. Die aktuelle Flüchtlingsthematik hat das Thema erneut ins Bewusstsein gebracht. Die Landesjugendkammer hat bereits im November zusammengetragen, was in der Praxis in einzelnen Gemeinden schon geschieht.

Auch der demografische Wandel stellt die Jugendarbeit vor neue Aufgaben. Welche Berechtigung hat sie, wenn ein Großteil der Gesellschaft aus älteren Leuten besteht? Wie will die evangelische Kirche in Zukunft ihre Arbeitskräfte einsetzen, berufliche wie auch ehrenamtliche? Die neueste Kirchenmitgliedschaftsstudie zeigt, dass kirchliche Sozialisation kaum noch in den Familien stattfindet. Umso mehr ist die Jugendarbeit gefragt, um das Evangelium und die zentralen christlichen Werte zu vermitteln. „Wir fangen bei den Jugendlichen im Grunde bei null an“, sagt Rossi, der jahrelang Konfirmandenarbeit gemacht hat.

Eigene Konfirmandenzeit war prägend

Rossi wurde durch die eigene Konfirmandenzeit dazu angeregt, Diakon zu werden. „In Wolfsburg-Dettmerode gab es eine sehr lebhafte Konfirmandenarbeit mit Wochenenden und Freizeiten“, erinnert sich Rossi. Nach der Konfirmation arbeitete er als Ehrenamtlicher mit und studierte dann nach dem Abitur Religionspädagogik an der Evangelischen Fachhochschule in Hannover. Erste Berufserfahrungen sammelte Rossi 1997-1998 in Hameln-Emmerthal, wo er sein Berufspraktikum absolvierte. Daran schloss sich ein Jahr in der Jugendwerkstatt Hameln an, einer diakonischen Einrichtung, die es lernschwachen Jugendlichen ermöglichte, eine Ausbildung oder einen Abschluss nachzuholen. Seit 1999 ist er Diakon in Elze-Coppenbrügge – inzwischen Gemeindeverbund Elze/Eime –, seit 2001 zusätzlich Kreisjugendwart im Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld.

Rossi ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von zehn und zwölf Jahren. Er spielt Basketball und joggt. „Wir gehen auch mit der ganzen Familie wandern“, sagt der Familienvater. Dieses Jahr ist eine Alpenüberquerung geplant.