Der Schweiß hat sich gelohnt

Nachricht 08. Juni 2015

Dem berühmten schwitzenden Mann in der Tuborg-Bier-Werbung konnte Diakon Klaus Stemmann buchstäblich das Wasser reichen, denn er und weitere 11 Mitarbeiter des Hauses kirchlicher Dienste (HkD) schwitzten in den Zelten beim Kirchentag in Stuttgart um die Wette. An den Ständen in den Großzelten des Marktes des Möglichkeiten herrschten im Kessel der schwäbischen Metropole stundenlang eine Temperatur nahe an 40 Grad. Das erlösende Gewitter blieb aus. Aber: Den Schweiß der Edlen war die Sache wert, so die einhellige Bilanz des Referenten. Etliche hundert Menschen ließen sich über Pilgern, umweltfreundliche Mobilität, kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt, Diakonenausbildung und Ehrenamt informieren und beraten und viele bundesweite Kontakte konnten geknüpft werden.

Stemmann musste sein blaues Schweißtuch zwischendurch im Hotelzimmer mit Seife durchwaschen, denn auch zwei Ventilatoren am offenen, 48-Quadratmeter großen Stand des „Netzwerkes Pilgern“ und des Pilgerweges Loccum-Volkenroda halfen nur wenig. Das Klima des Großzeltes passte zum Thema. Viele Besucher sind noch nicht gepilgert und informierten sich ausführlich über diese geistliche Übung. Pilgerdiakon Klaas Grensemann segnete eine ältere Frau, die seit dem letzten Kirchentag ein Segensband am Arm getragen hat und nun wieder ein neues am Pilgerstand bekam. Viele Besucher entdeckten, dass man zum Pilgern nicht nach Spanien muss und hierzulande Begleitung durch qualifizierte Ehrenamtliche bekommen kann, die im Übrigen den Großteil des Standteams ausmachten.

So war auch die Zusammensetzung am Stand "Ehrenamtlich in der Kirche". Dies Thema wurde auf Initiative des Arbeitsfeldes Ehrenamt aus der Hannoverschen Landeskirche beim Bremer Kirchentag 2009 erstmals präsentiert und läuft jetzt im bundesweiten Zusammenschluss. Mit allen Sinnen konnten Ehrenamtliche ausdrücken,  wie sie das Ehrenamt in der Kirche erleben.  Arnold Bloem aus Völlenerkönigsfehn ist in seiner Kirchengemeinde und Kirchenkreis Ehrenamtskoordinator, er ist Lektor und stellvertretender Vorsitzender im Kirchenvorstand. Der 68-jährige pensionierte Systemadministrator baute ein Schriftrollen-Schreibpult, wo die Besucher mit roter Farbe aufschreiben konnten, wovon sie in ihrem Ehrenamt die Nase voll haben und mit grüner Farbe, was sie in ihrer Aufgabe „gut riechen“ können.

Diakon Hartmut Reimers warb für die Diakonenausbildung in Hannover mit Sticker-Karten, die dazu animieren, anhand von Zeichen Geschichten mit Diakonen aufzuschreiben oder aufzumalen. Der Stand wurde auch zum Treffpunkt früherer Studierender.

Etwas luftiger hatten es der landeskirchliche Umweltbeauftragte Reinhard Benhöfer und Klimaschutzmanagerin Sonia Erdmann. Sie warben in einer eigenen Pagode im Außenbereich im Schatten eines Baumes für schöpfungsgerechte Mobilität anhand einer eigens erstellten Ausstellung, die ab sofort im HkD ausgeliehen werden kann.

Weitere HkD-Referenten hielten Vorträge und gestalteten Workshops. Liedermacher Fritz Baltruweit, der mit halber Stelle im Haus kirchlicher Dienste arbeitet, machte bei vielen Veranstaltungen Musik, unter anderem bei einem der Eröffnungsgottesdienste.