Verschwunden

Nachricht 28. Januar 2015

„Entdecken durch Verhüllen“ ist die Grundidee für eine Kunstinstallation im Kloster Bursfelde. In der Zeit von Aschermittwoch, 18. Februar bis einschließlich Karfreitag, 3. April wird die Kreuzigungsgruppe im Ostteil der Bursfelder Klosterkirche durch ein fünf Meter breites und sechs Meter hohes Fastentuch der österreichischen Künstlerin Lisa Huber verhüllt und dann zu Ostern wieder enthüllt. Die Aktion wieder durch insgesamt acht Veranstaltungen, von Lesung, Konzert und Workshop bis hin zu Gottesdiensten, begleitet.

„Mit dieser Installation wird eine seit 1000 Jahren bestehende Tradition aufgegriffen,
Kreuze und Altäre in der Passionszeit zu verhüllen. Man ‚fastet‘, verzichtet auf einen gewohnten Anblick, um anschließend Vertrautes neu zu sehen“ erklärt Pastor Klaus Dettke, Leiter des Geistlichen Zentrums Kloster Bursfelde. Dadurch entstehe ein ungewohnter und überraschender Weg, sich dem Geheimnis der Passion Christi anzunähern und die Kreuzigungsgruppe in ihrer Ausstrahlung wieder neu zu entdecken, so Dettke weiter.

Künstlerin Lisa Huber, die in Berlin, Wien und Villach lebt und arbeitet hat im Jahr 1999 das moderne Fastentuch geschaffen. Das Tuch mit 27 Holzschnitten zeigt Motive aus dem Alten und Neuen Testament. Vor allem sind Hände und Füße – wie oft bei Lisa Huber – zu sehen, die für bekannte biblische Geschichten besondere Bedeutung haben. Sie war Meisterschülerin von Adolf Frohner an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. In Berlin studierte sie unter anderem bei Georg Baselitz. Lisa Huber ist erste Preisträgerin des Graphikpreises des Landes Tirol und erste Preisträgerin des Erwin-Ringel-Kunstpreises. Huber hat sich, angeregt durch die Auseinandersetzung mit der Grafik von Georg Baselitz, auf Holzschnitte spezialisiert.

Sie wird bei der Vernissage am Aschermittwoch, 18. Februar, ab 18 Uhr dabei sein, wenn Dr. Ellen Markgraf die Eröffnungsrede hält. Eine Woche später, am 25. Februar, liest Mechthild Staemmler ab 18 Uhr eine biblische Geschichte und Paula Fuchs spielt Cello. Der Gottesdienst am Sonntag, 1. März, 11 Uhr hat das Motto: “Was trägt, muss Hand und Fuß haben“. Predigen wird Pastor Klaus Dettke. Diakon Klaas Grensemann, Ausbilder für Pilgerbegleiter im Kloster und Referent im Haus kirchlicher Dienste, zeigt am Mittwoch, 4. März, um 18 Uhr ein Ein-Personen-Stück und wird von Jan Zimmer am Saxophon begleitet. Am 11. März, 18 Uhr, erzählt Gertrud Brandtner eine biblische Geschichte und wird von Sabina Richter am Bandoneon und Guilherme Scherer an der Gitarre begleitet. Ein „Ein-Klang-Raum“ mit allen Händen und Füßen und dem Schlagwerker Olaf Pyras folgt am 18. März 18 Uhr. Beim Workshop-Abend am 25. März, 18.30 bis 20.30 Uhr, zeigt Jaqueline Engelke kreatives Schreiben und Elke Badur-Siefert leitet zu Körpererfahrungen an. Das Fastentuch wird im Gottesdienst am Karfreitag, 3. April um 15 Uhr thematisiert, den Pastorin Silke Harms und Diakon Klaas Grensemann leiten. Auch das tägliche Abendgebet um 18 Uhr findet vor dem Fastentuch statt.
Kirchenführungen zu dem Fastentuch können im Büro des Geistlichen Zentrums unter Telefon 05544 1688 verabredet werden. Das Kloster Bursfelde gehört zum Haus kirchlicher Dienste in Hannover. Das Kunst-Projekt wird gefördert von der Hanns-Lilje-Stiftung und der Klosterkammer Hannover.
 

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