Künstlerstipendium an Nikola Dicke vergeben

Nachricht 20. Februar 2015

Das Künstlerstipendium zum 10-jährigen Jubiläum des Pilgerwegs Loccum-Volkenroda wurde jetzt an die Künstlerin Nikola Dicke vergeben.

Ihr Projekt überzeugte die neunköpfige Jury durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Pilgern und die umfassende künstlerische Herangehensweise. Sie will die Menschen vor Ort mit Pilgerliedern, Lichtinstallationen und Origami-Falten einbeziehen.

Fünfzehn Bewerbungen

Fünfzehn Bewerbungen waren für das Stipendium „Kunst pilgert“ im Haus kirchlicher Dienste eingegangen. Die Jury, in der Kunstexperten, Pastoren aus Kirchengemeinden am Pilgerweg, Referenten des Hauses kirchlicher Dienste (HkD) und eine Vertreterin der Klosterkammer Hannover als fördernder Einrichtung saßen, nahm sich Zeit, die Bewerbungen einzeln zu studieren. „Die Entscheidung fiel schließlich für Frau Dicke, die sich am intensivsten mit dem Thema Pilgern auseinandergesetzt hatte“, sagt Susann Röwer vom Arbeitsfeld Pilger- und Besinnungswege im HkD.

Dicke hat sowohl gestalterische, als auch musikalische Elemente in ihr Projekt mit aufgenommen. Vor allem möchte sie die Menschen auf und am Pilgerweg mit in den Prozess der Entstehung ihrer Installationen miteinbeziehen. Das gehört zu ihrem Selbstverständnis als Künstlerin. „Ich möchte mit meiner Kunst den Betrachter verändern, ihm eine neue Art der Raum- und Selbstwahrnehmung ermöglichen, ihn zu einem Teil des Werkes und des Prozesses machen“, so Nikola Dicke in ihrer Bewerbung für das Stipendium.

Wohl denen, die da wandeln

„Wohl denen, die da wandeln“ heißt das Projekt von Nikola Dicke. Sie wird Pilgerlieder sammeln: Lieder, die Menschen beim Pilgern begleiten, die sie beim Wandern oder in Andachten singen und die Anwohner von den Pilgern hören. Diese Lieder wird sie dann umsetzen in Lichtinstallationen.
Zunächst wird sie an einem Ort ein Lied mit Text und Noten an eine Kirchen- oder Klosterwand projizieren und darüber mit den Menschen am Pilgerweg ins Gespräch kommen. Inspiriert durch diese Gespräche entstehen dann „Licht-Zeichnungen“, die sie ebenfalls an Innen- und Außenwände projiziert werden können. Wenn die Künstlerin weiterzieht in neue Orte, bleiben die Lichtinstallationen zurück, so dass im Laufe des Jahres eine „Lichtspur“ entsteht.

Auf der zweiten Teilstrecke des Pilgerwegs möchte Dicke Origami-Lilien miteinbeziehen, die beispielsweise aus Liedzetteln entstehen. Pilger, Touristen und Passanten werden zum Origami-Falten am Pilgerweg eingeladen. Das gemeinsame Falten ermöglicht Pausen für die Pilger und schafft Raum für Begegnungen. Aus den Origami-Lilien entstehen Installationen, die die Licht-Zeichnungen ergänzen können.

Vergängliches und Bleibendes

In den so gestalteten Räumen können nun Veranstaltungen wie Lesungen und Konzerte stattfinden. Die Installationen sind zunächst auf Zeit angelegt, aber es können auch einzelne Werke länger vor Ort verbleiben. Die gesammelten Lieder könnten in Form von Liederheften das Jubiläumsjahr überdauern.

Ebenso wie sich Künstler um das Stipendium bewerben konnten, haben sich auch Kirchengemeinden beworben, die an dem Projekt teilnehmen möchten. Sechs Gemeinden in den Regionen längs des Pilgerwegs wurden ausgewählt. Mit ihnen zusammen wird Dicke ihr Kunstprojekt entwickeln. Eine erste Vorstellung wird es bereits am 10. Mai im Kloster Bursfelde beim „Sternpilgern“ geben.