Köhler konzentriert sich auf Arbeit mit Erwachsenen

Nachricht 03. Februar 2015
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Hannelore Köhler beendet ihre Arbeit im Landesjugendpfarramt und konzentriert sich ganz auf Arbeit mit Erwachsenen. Foto: Jens Schulze/HkD

Hannelore Köhler beendet nach gut 40 Jahren ihre Tätigkeit in der Evangelischen Jugendarbeit der Landeskirche Hannovers. Bis zu ihrem Ruhestand in dreieinhalb Jahren bleibt sie weiterhin Referentin im Frauenwerk mit Schwerpunkt den Sprengel Lüneburg.

Die Verabschiedung von Hannelore Köhler aus der Jugendarbeit findet am 16. Februar 2014 um 19.30 in der Kapelle des Evangelischen Jugendhofes Sachsenhain bei Verden statt.

Zwölf Jahre im Landesjugendpfarramt

Köhler ist seit 2003 im Landjugendpfarramt zuständig für internationale Jugendarbeit, weltweite Ökumene und die Dekade zur Überwindung von Gewalt, die der Ökumenische Rat der Kirchen für die Jahre 2001 bis 2010 ausgerufen hatte. Sie ist Mitglied im Expertengremium „Frieden“ des Hauses kirchlicher Dienste, hat das Programm „Schritte gegen Tritte“ für Schulen mit initiiert und eine Ausbildung für Deeskalations-Trainerinnen und -trainer ins Leben gerufen.

„Höhepunkte waren auch die Internationalen Jugendwochen“, sagt Köhler rückblickend. Gäste aus der weltweiten Ökumene kamen dabei in Sievershausen für eine Woche mit Jugendlichen aus der Hannoverschen Landeskirche zusammen. Im Anschluss fuhren die Teilnehmenden dann zum Landesjugendcamp, wo sie im „Global Village“ ein Zentrum des Camps bildeten. „Das war eine sehr erfüllende Arbeit!“, resümiert Köhler.

Mehr Zeit für Begegnungen

Neben ihrer Tätigkeit im Landesjugendpfarramt ist Köhler bereits seit 2008 mit halber Stelle Referentin für die Arbeit mit Frauen im Sprengel Lüneburg. Sie beendet nun die Jugendarbeit und konzentriert sich ganz auf die Arbeit mit Erwachsenen.
Zu ihrer bisherigen Tätigkeit wird sie mit einigen Stunden an übergreifenden Projekten im Fachbereich Erwachsene des Hauses kirchlicher Dienste mitarbeiten und zum Beispiel den Kongress „SECHZIGPLUSKIRCHE“ mit vorbereiten.

„Vor allem aber freue ich mich darauf, mehr Zeit für die Begegnung mit den Frauen im Sprengel Lüneburg zu haben. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie hoch das Interesse der Frauen an inhaltlicher Arbeit ist“, sagt Köhler mit Blick auf die selbständige Arbeit von Frauen in den Kirchenkreisen. Besondere Vorhaben für die nächste Zeit hat sie noch nicht geplant: „Das wird sich aus der Begegnung mit den Ehrenamtlichen ergeben!“

Über 40 Jahre in der Jugendarbeit

Die Jugendarbeit war schon ihr Ziel, als Köhler 1970 ihre Ausbildung zur Diakonin begann: „Ich hatte als Konfirmandin tolle Jugendarbeit und einen sehr kommunikativen Diakon erlebt. Da habe ich mir gesagt: Das will ich auch machen!“

Als eine der ersten Frauen in der Hannoverschen Landeskirche begann sie ihre Tätigkeit als Diakonin dann 1974 in der Johannesgemeinde Wolfsburg-Rabenberg, 1981 wechselte sie in die Gemeinden Jembke und Weyhausen. An allen drei Orten fand inhaltliche neben offener Jugendarbeit statt. „Es gab auch Auseinandersetzungen mit gewaltbereiten Jugendlichen“, sagt Köhler, die das Thema Gewalt immer wieder beschäftigt hat.

1987 ging Köhler nach Asel in Ostfriesland, wo sie in drei Funktionen tätig war: sie gehörte zum Leitungsteam der Jugendbildungsstätte in Asel, sie war Sprengeljugendwartin für den Sprengel Ostfriesland und Referentin für die Evangelische Jugend auf dem Lande. Einer ihrer Arbeitsschwerpunkte in diesem Bereich waren Fragen der Direktvermarktung für landwirtschaftliche Produkte. „Naturschutz und solidarische Landwirtschaft liegen mir bis heute sehr am Herzen“, sagt Köhler, die in ihrer Freizeit in einem Projekt der „Community supported agriculture“ (CSA) mitarbeitet.

Als die Stelle in Asel um die Hälfte reduziert wurde, nutze Köhler die freie Zeit, um von 1997 bis 2002 in Oldenburg Sozialwissenschaften zu studieren. Unter dem Eindruck des Kosovo-Krieges schrieb sie ihre Diplomarbeit über „Zivile Konfliktbearbeitung als Friedensstrategie. Chancen und Grenzen“. „Das war natürlich eine gute Vorbereitung für meine spätere Arbeit im Landesjugendpfarramt“, so Köhler.

Auf den Ruhestand vorbereiten

Mit der Reduzierung ihrer Stelle möchte sich die 62-Jährige auch auf den Ruhestand vorbereiten. „Ich wollte den Übergang in den Ruhestand schon immer schrittweise gestalten“, sagt Köhler. „Nun kann ich mir mehr Zeit für ehrenamtliche Arbeit nehmen, die dann weitergehen kann, wenn ich endgültig in den Ruhestand gehe.“