Vortragsreihe - Israel begegnen

Nachricht 14. August 2015
Maik Schwarz hält Vorträge zu seinen Erfahrungen als Evangelischer Theologe in Israel. Foto: Gundula M. Tegtmeyer

Vorträge zu Themen rund um die Begegnung mit Israel bietet der evangelische Theologe Maik Schwarz noch bis November 2015 für Schulen und Kirchengemeinden an. Auf Wunsch kommt er auch als Gastprediger in den Gottesdienst und hält eine Themenpredigt zum Verhältnis von Kirche und Judentum. Die Vortragstätigkeit ist ein Angebot des Arbeitsfeldes Kirche und Judentum des Hauses kirchlicher Dienste (HkD) in Hannover.

Erfahrungen aus dem Alltag

Schwarz, der selbst mehrere Jahre in Jerusalem gelebt hat, berichtet in seinen Vorträgen von seinen Erfahrungen im israelischen Alltag. Er setzt sich mit aktuellen Fragen wie dem Nahostkonflikt oder dem Verhältnis von Christen und Christinnen aus Deutschland zum Staat Israel ebenso auseinander, wie mit Geschichte der Stadt Jerusalem und ihren biblischen Bezügen. Schwarz informiert sachlich, bringt dabei aber auch seine eigene Perspektive ein. So heißt einer seiner Vorträge: „Als evangelischer Theologe in Jerusalem: Alltag zwischen Religion und Politik“. Hier beschreibt er konkret, wie ein Tag in Jerusalem für ihn ausgesehen hat. Gleichzeitig macht er deutlich, dass die politische Situation wirklich schwierig ist und beleuchtet die Fragen biblisch-theologisch.

„Wir hören immer nur aus den Medien, wenn in Israel und Palästina wieder irgendetwas Schlimmes passiert ist – aber die Menschen, die dort leben, Juden und Muslime, Christen und Angehörige anderer Religionen, müssen jeden Tag unter den Einflüssen von Politik und Religion leben – und in Jerusalem sind es dann schnell sogar Weltpolitik und Weltreligionen,“ sagt der 30-jährige. „Sich das vor Augen zu führen und die schwierige Situation der Menschen im Alltag wahrzunehmen, hilft, etwas demütiger mit Verurteilungen und vorschnellen Ratschlägen zur Lösung des Nahostkonflikts zu werden.“

Studium in Israel

Schwarz studierte Evangelische Theologie am Missionsseminar in Hermannsburg. Dort weckte die Beschäftigung mit dem Alten Testament sein Interesse für Israel und das Judentum. „Als unser Professor Andreas Kunze-Lübcke dann von der Möglichkeit erzählte, ein Jahr in Israel an der Hebräischen Universität zu studieren, habe ich mich gleich dafür begeistert“, erinnert sich Schwarz. Nach dem Studienjahr an der Hebräischen Universität in Jerusalem von 2009 bis 2010 blieb die Verbindung zu Israel/Palästina und dem Judentum. Immer wieder zog es ihn in das Heilige Land, wo er Freunde hat und schließlich auch seine Frau kennenlernte. Nach dem Vikariat in Steinwedel betreute er als Kandidat des Predigtamtes selbst für eineinhalb Jahre die Studierenden des Programms „Studium in Israel“, meist evangelische Theologiestudierende, die für ein Jahr an der Hebräischen Universität studieren. „Neben der Betreuung der Studierenden habe ich auch in Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache an der Erlöserkirche in Jerusalem mitgearbeitet“, berichtet Schwarz. „Zum Beispiel habe ich dort Gottesdienste gehalten und wir haben gemeinsam den deutsch-anglikanischen Friedhof wieder hergerichtet, der geschändet wurde.“

Christlich-jüdischer Dialog

Schon seit seinem ersten Israelaufenthalt ist er im christlich-jüdischen Dialog engagiert. „Eigentlich von Anfang an war das Verhältnis zwischen Christentum und Judentum immer eine konflikt-beladene Geschichte“, sagt Schwarz, der auch Beiträge für die „Predigtmeditationen im christlich-jüdischen Kontext“ schreibt. „Heute haben wir erkannt, dass es nur miteinander geht. Mir ist wichtig, dass wir Christen und Christinnen uns als Geschwister des Judentums verstehen. Dass wir miteinander leben und gemeinsam versuchen, mehr über Gott zu erfahren.“

Schwarz teilte den Alltag mit Israelis, Palästinensern, und „Internationalen“, religiösen wie nicht-religiösen Menschen. Seine Erfahrungen und Einsichten wird er nun von August bis Ende November 2015 in Form von Vorträgen, Seminaren und Predigten insbesondere in Schulen und in Kirchengemeinden der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und anderen Einrichtungen einbringen. „Der November ist schon recht voll, da sind nur noch vereinzelt Vorträge möglich“, freut sich Schwarz über die Nachfrage. „Aber im September und Oktober gibt es noch freie Termine. Auch Predigttermine sind noch frei.“ Die Angebote sind kostenlos. Die einzigen Kosten, die einer Gemeinde entstehen, sind die Fahrtkosten des Referenten.

Foto Startseite (mit Felsendom im Hintergrund): Valeria Danckwerth