Zum Gedenken des Völkermordes am armenischen Volk

Nachricht 21. April 2015
Dieser Rollup zum Völkermord in Armenien ist im Haus kirchlicher Dienste ausleihbar. Mit Andacht, Gottesdienst und Material wird an die Deportationen und Massaker vor 100 Jahren gedacht. Foto: Gunnar Schulz-Achelis   

Zum 100. Mal jährt sich der Beginn der Deportation der Armenier aus Istanbul und den Dörfern und Städten Ostanatoliens am Freitag, 24. April. Durch Deportationen, Hinrichtungen und Massaker kamen vor 100 Jahren schätzungsweise 1.000.000 bis 1.500.000 Armenier um. Die politischen Initiatoren flohen zum Ende des Ersten Weltkrieges aus dem Land und wurden von einem Militärgericht in Abwesenheit zum Tode verurteilt.
In der wöchentlichen Andacht am Mittwoch, 22. April, um 12 Uhr im Haus kirchlicher Dienste (HkD), Archivstr. 3, werden Fachreferenten an den Völkermord erinnern. Der Pastor für Friedensarbeit Lutz Krügener geht auf die Frage ein „Warum erinnern?“, Pastorin Dr. Ursula Rudnick übernimmt die Ansprache und Ökumene-Pastor Dirk Stelter wird ein Gebet sprechen. Auch das Zeugnis einer Überlebenden wird vorgelesen. Die Andacht ist öffentlich.
Noch heute erkennt die Türkei die „Geschehnisse von 1915“  - so die offizielle Bezeichnung -  nicht als Völkermord an. Auch die Rolle der Deutschen bei den Geschehnissen ist bislang wenig im Bewusstsein: über 800 Militärberater befanden sich zu der Zeit im Gebiet der heutigen Türkei und wurden Zeugen und zum Teil sogar Mittäter der „Klärung der Armenienfrage“. Angesichts der Vertreibung und Ermordung des armenischen Volkes prägte Raphael Lemkin 1933 den Begriff des „Völkermords“, der erst 1948, nach den völkerrechtlichen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg, von den Vereinten Nationen anerkannt wurde.
Der Verein „Begegnung – Christen und Juden Niedersachen“, dessen Studienleiterin Professorin Ursula Rudnick ist, unternahm kürzlich eine zwölftägige Studienreise nach Armenien und machte sich ein Bild der Lage heute vor Ort. Der Verein wird in nächster Zeit für ein Projekt sammeln: Gemeindeglieder der jüdische Gemeinde in Eriwan sollen Medikamente bekommen. 
Die Hannoversche Landesuperintendentin Dr. Ingrid Spiekermann gestaltet am 24. April um 17 Uhr einen Gottesdienst in der Neustädter Hof- und Stadtkirche, Rote Reihe in Hannover. Beteiligt sind dabei die armenischen Gemeinschaft und die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Niedersachsen.
Im Medienverleih des HkD ist der Dokumentationsfilm „Aghet“ mit Bilder aus der Zeit neu angeschafft worden und ausleihbar unter Telefon 0511-1241-501. Zu sehen sind auch Schauspieler, die Berichte von Augenzeugen vorlesen. Der Film von 2010 erhielt den deutschen Fernsehpreis für die beste Dokumentation. Ab sofort ist im HkD ein Rollup zum Thema ausleihbar und Flyer mit Literaturhinweisen erhältlich unter Telefon -412 oder -452.