Indischer Besuch im Frauenwerk

Nachricht 09. Juli 2015
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Irene Williams berichtete am 1. Juli über die Fortschritte des Minikreditprogramms für Frauen in Südindien, das vom Frauenwerk seit 2004 unterstützt wird. Foto: Franziska Müller-Rosenau

Diskriminierung von Dalit-Frauen in Indien

Aus Anlass des Besuchs von Irene Williams und Dr. William Gnanasekeran aus Indien hatte das Frauenwerk am 1. Juli zu einem „Indian Dinner“ eingeladen. Williams und Gnanasekeran berichteten den teilweise langjährigen Weggefährten von ihren Projekten im Kampf gegen die Diskriminierung von Dalit-Frauen in Indien.

Irene Williams, Managerin des TWEED-Projekts, stellte in ihrem Vortrag die neuen Entwicklungen des Minikreditprogramms vor, das sie vor 14 Jahren in Südindien ins Leben rief und das seitdem vom Frauenwerk unterstützt wird. Mehr als 280 Frauen engagieren sich inzwischen in den Selbsthilfegruppen, in einer Tailoring Unit (Verein der Schneiderinnen), in Abendschulen für die Kinder und einem TWEED Community College. Empowerment, Hilfe zur Selbsthilfe und die Entwicklung eines Wissens um die eigenen Fähigkeiten und die Chancen von gemeinschaftlichem Handeln haben für zahlreiche Frauen und ihre Familien neue Lebensperspektiven und Wege aus der absoluten Armut eröffnet.

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Dr. William Gnanasekeran referierte über die doppelte Diskriminierung von Dalit-Frauen in Indien. Foto: Franziska Müller-Rosenau

Dr. William Gnanasekeran, der auch als emeritierter Professor noch für die Fächer Entwicklungsstudien und öffentliche Verwaltung an einer Technischen Hochschule tätig ist, stellte in seinem Beitrag die Forschungen einer seiner Studentinnen vor. Darin beschreibt sie die Auswirkungen einer doppelten Diskriminierung von Frauen durch „Gender and Caste“. Frauen werden nicht nur aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur großen Gruppe der Dalits (der sogenannten Kastenlosen, ca. 16% der indischen Gesellschaft) sondern auch durch ihre Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht ausgebeutet, diskriminiert und sind immer wieder sexualisierter Gewalt und Bedrohung ausgesetzt.