Plädoyer für gebildeten Glauben

Nachricht 23. September 2014
Ursula Rudnick (rechts) vom Arbeitsfeld Kirche und Judentum im HkD zeigte Gastrednerin Margot Käßmann die Ausstellung. Foto: Gunnar Schulz-Achelis

„Wir brauchen wissenschaftliche Theologie gegen den Fundamentalismus.“ Dies sagte die Botschafterin für das Lutherjubiläum der Evangelischen Kirche in Deutschland Prof. Dr. Margot Käßmann am Freitag, 19. September.

Die frühere Hannoversche Landesbischöfin eröffnete im Haus kirchlicher Dienste (HkD) die Wanderausstellung „Ertragen können wir sie nicht – Martin Luther und die Juden“. Die Ausstellung ist von der Beauftragten für den christlich-jüdischen Dialog in der Nordkirche Pastorin Hanna Lehming gemeinsam mit einer Grafikerin gestaltet worden.

Käßmann forderte einen „gebildeten Glauben“ . Dann könne Religion ein Faktor der Konfliktentschärfung sein. Sie freue sich über islamische und jüdische Theologen-Ausbildungsstätten in Deutschland. Käßmann sah Luthers Haltung zu den Juden differenziert, aber vor allem auch kritisch mit seiner Polemik. Sie wolle daher Luther nicht auf einen Sockel heben. Den kurzen Vortrag von Käßmann im Rahmen der Langen Nacht der Kirchen in Hannover verfolgten über 150 Zuhörer, ein Teil sogar per Lautsprecherübertragung von vor der Tür.

Wanderausstellung bis zum 10. Oktober im Haus kirchlicher Dienste

Die Wanderausstellung, die auch von Gemeinden gebucht werden kann, zeigt auf 18 Tafeln Informationen über Leben und Wirken Luthers, sein Verhältnis zu den Juden und über die Geschichte und den Status des Judentums in Deutschland bis in die Reformationszeit.

Prof. Dr. Ursula Rudnick, Vorsitzende der Hannoverschen Bibelgesellschaft, Studienleiterin des Vereins „Begegnung Christen und Juden in Niedersachen“ und Leiterin des Arbeitsfeldes Kirche und Judentum im HkD hatte Käßmann eingeladen. Die Ausstellung ist zu den üblichen Büroöffnungszeiten noch bis 10. Oktober zu sehen.