Kunst pilgert

Nachricht 05. Dezember 2014
Mit seinen zwei Hälften in Loccum (Foto) und Volkenroda symbolisiert das Pilgermal von Karl Imfeld den Pilgerweg Loccum-Volkenroda. Die beiden Teilstücke verweisen aufeinander. Foto: HkD

Künstlerinnen und Künstler aus Niedersachsen oder Thüringen können sich bis zum 15. Januar 2015 für ein Arbeitsstipendium bei der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers bewerben. Der Stipendiat oder die Stipendiatin soll sich über sechs Monate hinweg mit den eigenen künstlerischen Mitteln mit dem Verhältnis von Kunst, Religion und Pilgern auseinandersetzen.

Kunst und Pilgern ins Gespräch bringen

Für dieses Stipendium gibt es einen zweifachen Anlass: Zum einen wird der Pilgerweg Loccum-Volkenroda 2015 zehn Jahre alt, zum anderen findet 2015 das Themenjahr „Reformation und Bild“ im Rahmen der Lutherdekade statt. Das brachte die Initiatoren auf die Idee, Kunst und Pilgern miteinander ins Gespräch zu bringen. So ist es ausdrücklich gewünscht, dass Pilgerinnen und Pilger und auch Gastgeber und Gastgeberinnen auf dem Pilgerweg bei diesem Projekt mitbeteiligt werden. „Wir erwarten also kein fertiges Kunstwerk, sondern Ideen, welche Form von Objekten, Bildern, Veranstaltungen oder Performances entstehen könnten“, sagt Achim Kunze, Referent für Kunst und Kultur im Haus kirchlicher Dienste.

Sich selbst auf den Weg machen

Gesucht werden Künstlerinnen und Künstler, die „sich selber gerne auf den Weg machen und sich dem Geheimnis des Pilgerns öffnen“. Sie sind aufgerufen, sich „mit den Mitteln der zeitgenössischen Kunst einem spirituellen Weg zu nähern oder mit Hilfe von zeitgenössischer Kunst neue ‚Wege‘ zu gehen.“ So heißt es in der Ausschreibung. Innere und äußere Bilder sollen in Bewegung gebracht werden.

Der Stipendiat oder die Stipendiatin wählt einen eigenen Schwerpunkt für die künstlerische Auseinandersetzung. Er oder sie kann sich mit aktuellen gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen oder sich von der Geschichte und dem sozialen Leben einzelner Kirchengemeinden am Pilgerweg inspirieren lassen. Auch Kirchengebäude können im Zentrum stehen, als architektonische und als spirituelle Räume. Auf den Wegen zwischen den Pilgeretappen kann auch „Land Art“ entstehen. „Kunstinstallationen mit und in der Landschaft sind genauso denkbar, wie Projektionen an Häusern und in der Natur – oder Wegzeichen und Rastplätze – oder, oder, oder“, so Kunze.

Mai bis Oktober 2015

Das eigentliche Kunstprojekt soll während der Zeit vom 1. Mai bis zum 31. Oktober 2015 umgesetzt werden. Für diese Zeit gibt es eine monatliche Zuwendung von 1000 Euro. Am 10. Mai 2015 wird das Projekt beim Sternpilgern im Kloster Bursfelde vorgestellt werden. Die künstlerischen Ergebnisse werden noch während des Projektes oder am Ende in einer Ausstellung oder einer anderen geeigneten Form präsentiert werden.
Voraussetzung zur Teilnahme ist unter anderem eine professionelle Betätigung (als bildender) Künstler oder (bildende) Künstlerin. Diese muss bei der Antragstellung nachgewiesen werden. Weil der Pilgerweg Loccum-Volkenroda durch Niedersachsen und Thüringen verläuft, richtet sich die Ausschreibung an Bewerberinnen und Bewerber aus einem dieser beiden Bundesländer.

Die Auswahlentscheidung trifft eine Jury aus Mitgliedern der Projektgruppe „Kunst und Pilgerweg“ und aus externen Kunstsachverständigen zusammen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Bewerbungen

Die Bewerbungsunterlagen müssen bis zum 15. Januar 2015 (Posteingang) per Post oder E-Mail an folgende Adresse gesendet werden:

Haus kirchlicher Dienste
Fachbereich 2
z. Hd. Pilgerweg Loccum-Volkenroda
Archivstraße 3
30169 Hannover

pilgerweg@loccum-volkenroda.de