Im Bilde sein

Nachricht 31. Oktober 2014

Arbeitshilfe des HkD zum Themenjahr „Reformation – Bild und Bibel“ mit vielen Praxis-Impulsen

Im Bilde sein - Praxisimpulse zu Reformation und Bild-1
Die Arbeitshilfe "Im Bilde sein" gibt vielfältige Praxis-Impulse zum Themenjahr "Reformation - Bild und Bibel", das am Reformationstag, 31. Oktober 2015 beginnt. Bild: HkD

Die Arbeitshilfe „Im Bilde sein. Praxis-Impulse zu Reformation und Bild“ stellt unterschiedliche Möglichkeiten zur Beschäftigung mit dem Themenjahr 2015 „Reformation – Bild und Bibel“ vor. Sie gibt Anregungen zur Auseinandersetzung mit den vorhandenen Bildern im eigenen Kirchenraum ebenso wie Ermutigung zur Gastgeberrolle, „um zeitgenössische Bilder einzuladen und ihnen Raum zu geben“.

Reformation und Bild im Focus

Auf das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 bereitet sich die Evangelische Kirche in Deutschland mit einer „Lutherdekade“ vor. In diesem Rahmen schlägt die EKD in jedem Jahr ein Thema vor, das einen wichtigen Aspekt der Reformation mit Wirkungen für die Gegenwart beleuchtet. Dieses beginnt jeweils am Reformationstag. Vom 31.10.2014-31.10.2015 wird dies „Reformation – Bild und Bibel“ sein. Anlass dazu ist der 500. Geburtstag von Lucas Cranach d. J., einem der bedeutenden Maler der Reformationszeit.

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers hat sich bewusst entschieden, den Fokus auf „Reformation und Bild“ zu legen, da die Bibel ohnehin Grundlage alles reformatorischen Denkens und Handeln bleibt. „Bilder hatten für Martin Luther eine bestimmte Funktion: Sie können und sollen die Glaubensbotschaft unterstützen und veranschaulichen und sind so ein wichtiges pädagogisches Hilfsmittel“, sagt Arend de Vries, geistlicher Vizepräsident des Landeskirchenamtes der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers. „Zugleich ist aber auch das Misstrauen gegenüber der Macht von Bildern ein reformatorisches Erbe.“

Arbeitshilfe gibt konkrete Anregungen für die Praxis

Die Arbeitshilfe aus dem Arbeitsfeld „Kunst und Kultur“ im Haus kirchlicher Dienste ist sehr praxisorientiert gestaltet. Historisch-theologische Hintergrundinformationen findet man in einer weiteren Veröffentlichung, dem „Magazin zum Themenjahr 2015. Reformation – Bild und Bibel“, das die EKD herausgegeben hat.

„Die HkD-Arbeitshilfe will Gemeinden einladen, genau hinzuschauen, was vor Ort in ihren Kirchenräumen an Bildern bereits vorhanden ist“, sagt Dr. Julia Helmke, Beauftragte für Kunst und Kultur im Haus kirchlicher Dienste. „Kanzeln, Altarbilder, Kirchenfenster – hier kann man wahrnehmen, mit welcher Bildsprache der Glaube Form gewinnt. Aber auch anregen nachzudenken, welche Bilder wir heute brauchen – und zu welchen wir uns auch kritisch verhalten sollten.“ Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Möglichkeit, neue temporäre Kunstwerke auszustellen oder gar ein neues Kunstwerk zu erwerben oder in Auftrag zu geben.

Die Vielfalt der Anregungen umfasst zum Beispiel:

  • Kunstausstellungen im Kirchenraum,
  • Methoden der Bildbetrachtung,
  • Tipps für Projekte mit Filmen und Filmgespräche,
  • Umgang mit Bildern in der Gemeindearbeit,
  • Vorstellung von Materialien zur kreativen Gemeindepädagogik,
  • Theologische Denkanstöße.

Eine Gemeinde beschreibt ihren Weg zu einem neuen Altarbild, das sie in Auftrag gegeben hat und deren Entstehung sie bewusst miterlebt hat. Bereits bestehende Ausstellungen zu biblischen Themen werden vorgestellt, die man ausleihen kann. Eine spannende kreative Anregung ist z. B. das „Verbergen“ von Kunstwerken. „Wenn etwas für eine Zeit nicht mehr sichtbar ist, entsteht ein leerer Raum, der Platz für neue Sichtweisen schafft“, sagt Julia Helmke.

Zu allen Impulsen gibt es Hinweise zu weiterführender Literatur, zu Internet-Seiten oder zu Ansprechpartnern.

Ausstellung „ReFORMation“ von Kunststudierenden

Wie ein roter Faden ziehen sich neben den Praxis-Impulsen Bilder von Kunstwerken der Ausstellung „ReFORMation“ durch die Broschüre. Diese Ausstellung fand als Start-Up zum Themenjahr bereits 2014 statt, wird aber auch 2015 noch gezeigt werden. Master-Studierende der Fakultät Gestaltung der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Hildesheim haben Themen der Reformation so ins Bild gesetzt, dass sowohl deren historische als auch deren gegenwärtige Bedeutung erfahrbar werden. Aus dieser Ausstellung stammt auch das Titelbild der Broschüre.