NAH DRAN

Nachricht 24. Oktober 2014
Claus Dreier ist der neue Handwerkspastor der Hannoverschen Landeskirche. Foto: Hannegreth Grundmann

„Ein Platz der Kirche muss nah bei den Menschen sein“, sagt Claus Dreier, der neue Handwerkspastor der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Der 59-jährige Seelsorger fuhr lange Taxi und Busse und schleppte für den ADAC Fahrzeuge ab. Als der gelernte Kaufmann Theologie studieren wollte, wussten dies bald viele seiner Taxi-Stammgäste – wie Gaststättenbesucher, Prostituierte – und suchten seinen seelsorgerlichen Rat. Diese „barrierefreie Seelsorge“ will der Pastor beim „aufsuchenden Dialog zwischen Kirche und Handwerk“ gerne weiterführen.

Am 1. November beginnt Dreier seine Aufgabe im Haus kirchlicher Dienste in Hannover als Nachfolger von Pastor Walter Punke, der am Mittwoch, 3. Dezember, um 15 Uhr in der Neustädter Hof- und Stadtkirche in Hannover mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet wird. Dort kann man Dreier bereits treffen.

Dreier ist waschechter Ostfriese und wohnt mit seiner Frau, Schulpastorin Anita Schürmann, und den Kindern auf einem 158 Jahre alten Resthof in Holtland bei Leer. In der Kreisstadt ist er auch geboren, ging zur Schule und lernte und arbeitete dort als Industriekaufmann – später auch  als Taxifahrer und nach dem Studium an der Theologischen Akademie Celle als Vikar. Neben seinem einjährigen Auslandsvikariat in Norwegen prägte ihn vor allem die Zeit als Dorfpastor in Steenfelde bei Leer, wo er mit Kirchenvorstand und Mitarbeitern „Kirche im Dorf“ propagierte und lebte. Auch hier wollte er nah bei den Menschen sein. In der Zeit – und als stellvertretender Superintendent – initiierte er mit anderen Kirchenleuten und gemeinsam mit Bäckern die örtliche Spenden-Aktion für das Hilfswerk „Brot für die Welt“. Die Aktion läuft zurzeit wieder bis 1. Advent mit Konfirmanden und Bäckern unter dem Motto: „5000 Brote“. 

Ein weiterer Schwerpunkt Dreiers war die Notfallseelsorge, die er zunächst im Land-kreis Leer und später für den ganzen Sprengel Ostfriesland-Ems verantwortete und organisierte. „Ich finde es eine große Herausforderung, Menschen zu begleiten, wo sie existenziell betroffen sind“, sagt er. Zugleich fungierte er durch die engen Kontakte zu Polizei und Rettungsdiensten als Seelsorger für Polizisten, Rettungsdienstmitarbeiter und Feuerwehrleute. In seiner künftigen Tätigkeit möchte er mit Handwerks-Meistern und –Gesellen solidarisch sein und sie unterstützen mit Bildungs- und Seelsorgeangeboten für den Berufs- und Familienalltag.

Dreier sucht nun eine Wohnmöglichkeit in der Landeshauptstadt, während die Familie in Ostfriesland bleibt.  Er wird am Freitag, 20. Februar um 14 Uhr mit einem Gottesdienst in der Neustädter Hof- und Stadtkirche, Rote Reihe 8, in Hannover eingeführt. Ein Empfang schließt sich an.
 

Das Haus kirchlicher Dienste unterstützt und ergänzt als übergemeindliche Einrichtung die Arbeit der Kirchengemeinden in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Aktuelle Themen und Fragestellungen werden hier aufgegriffen und zentral bearbeitet, so dass die Inhalte für die kirchliche Arbeit vor Ort zur Verfügung stehen. Zu den wesentlichen Aufgaben der Referentinnen und Referenten gehören die Entwicklung und Bereitstellung von Materialien, die Weiterbildung von Haupt- und Ehrenamtlichen, die individuelle Beratung sowie der inner- und außerkirchliche Dialog.