Boden - Grundlage des Lebens

Nachricht 16. September 2014
Foto: Creative Collection Photoservice

„Boden ist eine endliche Ressource“, sagt Ricarda Rabe, Pastorin für Kirche und Landwirtschaft der hannoverschen Landeskirche, „er steht nicht unbegrenzt zur Verfügung.“

Der Boden und seine Nutzung ist das Thema der diesjährigen Arbeitshilfe zum Erntedanktag: „Boden – Grundlage des Lebens“. Die 40-seitige Broschüre ist zum einen gedacht für alle diejenigen, die zum Erntedanktag einen Gottesdienst vorbereiten. „Viele wissen nicht, was Menschen, die in der Landwirtschaft tätig sind, aktuell bewegt“, so die Referentin im Haus kirchlicher Dienste. Die Konkurrenz unter den Landwirten nimmt zu, die Pacht- und Kaufpreise für Boden steigen rasant, teilweise bis zu 30 Prozent. Wer eine Biosgasanlage hat, braucht Anbauflächen für die „Biomasse“. Gleichzeitig wird immer mehr Land aus der landwirtschaftlichen Nutzung genommen, als Bauland oder als Ausgleichsfläche.

"Land-Grabbing" als weltweites Problem

In Deutschland hat dies noch keine direkten Auswirkungen auf die Ernährungslage. In anderen Regionen der Welt sieht das anders aus. China sorgt sich um die Ernährung seiner riesigen Bevölkerung und kauft in Afrika im großen Stil Land auf. Dabei verlieren oft Menschen, die seit Generationen ein kleines Stück Land bebauen, ihre Lebensgrundlage. Das so genannte „Land-Grabbing“ ist zu einem großen Problem geworden.

Aus theologischer, landwirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftspolitischer Sicht beleuchten die Autoren der Broschüre die Bedeutung des Bodens, unter ihnen Landesbischof Ralf Meister ebenso wie die landeskirchlichen Fachleute für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz und Uwe Becker vom evangelischen Hilfswerk „Brot für die Welt“. Natürlich sind auch ganze praktische Beiträge enthalten: ein Gottesdienstentwurf und Gedanken zur Predigt für den Erntedanksonntag, aber auch die „Durchführungsbestimmungen zum Pachtwesen“ der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers.

Verantwortung der Kirchengemeinden

„Eine weitere Zielgruppe der Arbeitshilfe sind Gemeinden, die Land zu verpachten haben und das betrifft fast jede Gemeinde in unserer Landeskirche“, so Rabe. Wenn Land neu zu verpachten ist, dann sind nicht nur rechtliche, sondern auch ethische Fragen zu bedenken. „Wie soll der Boden genutzt werden, der uns gehört?“ Neben den Anregungen zur ethischen Diskussion sollen die Pachtbestimmungen und ein Musterpachtvertrag hier weiterhelfen.

„Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers gehört in Niedersachsen zu den größten Landbesitzern. Daraus entsteht auch für die Kirche insgesamt und für die Gemeinden vor Ort die Verpflichtung zu verantwortlichem Umgang mit dem, was ihr seit Generationen anvertraut ist“, schreibt Rabe im Vorwort der Broschüre.

ErnteDank - Themenheft

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