Niedersachsen-Bibel liegt aus

Nachricht 20. November 2014
Auch Ministerpräsident Stephan Weil schrieb in "seine" Niedersachen-Bibel und zitierte Jeremia: "Suchet der Stadt Bestes!" Foto: Gunnar Schulz-Achelis

Die handgeschriebene „Niedersachsen-Bibel“, die auf der Kirchenmeile beim Bürgerfest zum Tag der deutschen Einheit am 2. und 3. Oktober in Hannover entstanden ist, wird für eine Woche ausgestellt und jede und jeder kann in dem Buch blättern.

840 Bürgerinnen und Bürger im Alter von 7 bis 87 Jahren hatten in einem mittelalterlich anmutenden „Scriptorium“ aus allen Büchern der Bibel Verse abgeschrieben. Ein Faksimile der gebundenen Bibel ist ab sofort im Foyer des Hauses kirchlicher Dienste, Archivstraße 3 in Hannover bis Freitag, 28. November ausgestellt. Dort hatten viele Bürger bereits in der Woche vor dem Tag der Deutschen Einheit sich mit Namen und Bibelvers eingetragen. Viele schrieben ihren Tauf- oder Konfirmationsspruch in das Buch. Ein Bibelschreiber hat im Gedenken an seine verstorbene Frau den gemeinsamen Trauspruch aufgeschrieben. Das Original wird am kommenden Mittwoch Ministerpräsident Stephan Weil als Gastgeber des Einheitsfestes im Rahmen seines Besuches der Landessynode übergeben.
Er selbst und seine Ministerinnen Cornelia Rundt und Frauke Heiligenstadt haben sich ebenso mit einem Vers in dem Buch verewigt, wie auch Hannover-96-Präsident Martin Kind oder die Musiker Heinz Rudolf Kunze und Stefan Krawczyk. Der Bischof aus Oldenburg Jan Janssen und der reformierte Kirchenpräsident aus Leer Martin Heimbucher haben mitgeschrieben und der Hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat ein Vorwort – natürlich handschriftlich – verfasst. Die frühere Landebischöfin Margot Käßmann hat mitgeschrieben wie auch fast alle führenden Vertreter der Hannoverschen Landeskirche.

Am meisten, nämlich 191 Mal, wurden Psalmverse abgeschrieben, am zweithäufigsten Worte aus dem Matthäus-Evangelium. Pastor und Liedermacher Fritz Baltruweit hat den „Sing“-Psalm 96 in das Buch eingetragen. Die 7-jährige Marje P. aus Hildesheim hat 4. Mose 27,8 zitiert. Dort geht es darum, dass das Erbe der Tochter zufallen soll, wenn kein Sohn da ist. Ein anderes Kind hat etwas zu den Versen der Mutter gemalt. Insgesamt finden sich in dem Werk sieben Zeichnungen und neun besondere graphische Anordnungen des Textes oder eine kunstvolle kalligrafische Schreibweise.

Entsprechend der internationalen Ausrichtung des nationalen Festes finden sich auch Verse in 24 verschiedenen Sprachen aus allen Kontinenten von Litauisch bis Vietnamesisch, von Norwegisch bis Ewe (Westafrika). Rabbiner haben Urtext-Verse in Hebräisch abgeschrieben.
Das Buch ist montags bis freitags in der Zeit von 7 bis 18 Uhr zugänglich und ein Verzeichnis prominenter Autoren und weitere Infos zum Buch sind vor Ort.

Die Aktion wurde von der Hannoverschen Bibelgesellschaft und dem Haus kirchlicher Dienste durchgeführt. Das „Scriptorium“ mit den großen Schreibstehtischen ist für Gemeinden für vergleichbare Aktionen im Haus kirchlicher Dienste ausleihbar.