Erlebniszeit statt Unterricht

Nachricht 25. November 2014

Fachtag diskutiert, wie Konfirmanden für Jugendarbeit begeistert werden können

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Mitgestalter statt Schüler - Prof. Dr. Marcell Saß von der Universität Marburg fordert beim Fachtag der Kirchenkreisjugenddienste eine erlebte Konfizeit statt bloßen Pflichtunterricht. Foto: Regula Jantos  

Eine gelungene Konfirmandenzeit braucht Ehrenamtliche aus der Jugendarbeit. Eine lebendige Jugendarbeit braucht Konfirmierte.  Das ist ein Ergebnis des Fachtages der Kirchenkreisjugenddienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Rund 150 Mitarbeitende  aus der kirchlichen Jugendarbeit und der Konfirmandenarbeit  beschäftigten sich bei der Konferenz in Hannover mit dem Übergang vom Konfirmandenunterricht in die Evangelische Jugend.

Die Forderungen der Referenten sind deutlich: „Konfirmandenarbeit soll von der Jugendarbeit lernen“, stellte Professor Dr. Marcell Saß aus Marburg fest. Sie soll kein Unterricht, sondern vor allem Erlebniszeit sein. Und: „Wir brauchen eine lückenlose Jugendarbeitsbiografie“, so Jugendpfarrer Hansjörg Kopp aus Esslingen. Arbeit mit Kindern, Konfirmandenunterricht und Jugendarbeit dürfen nicht als separate Angebote gesehen werden, sondern müssen fließend ineinander übergehen und sich ergänzen.
Mehr Kooperationen innerhalb der Kirchenkreise, stärkere Beteiligung junger Menschen an der Gestaltung von Kirche und eine offene Kommunikation forderten auch die Teilnehmer in den Diskussionsrunden. Allerdings: Nicht immer ausreichende finanzielle Mittel und zu wenige und zum Teil nicht genügend qualifizierte Mitarbeiter behindern häufig die Weiterentwicklung der Jugendarbeit. Von Investitionen sprach Dr. Sören von Stemm vom Religionspädagogischen Institut in Loccum. Er stellte erste Ergebnisse einer bundesweiten Studie zur Konfirmandenarbeit vor. Damit aus Konfirmanden engagierte Jugendliche werden, müsse Kirche hier investieren, in attraktive Angebote und intensivere Begleitung der Kinder und Jugendlichen. Dazu braucht es mehr beruflich Tätige, so von Stemm.
Neben aller Kritik an bestehenden Strukturen, entwickelten die Teilnehmer des Fachtages eine klare Handlungsanweisung für zukünftige Jugendarbeit: „Hört den Jugendlichen zu, versteht, was sie wollen und lasst sie (mit)-gestalten."